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stern: Neuer Zeuge in Leuna-Skandal aufgetaucht

Hamburg (ots) - In der Affäre um den Erwerb der Leuna-Raffinerie durch den französischen Konzern Elf-Aquitaine ist ein möglicher neuer Zeuge aufgetaucht. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, handelt es sich um den deutschen, in Paris ansässigen Anwalt Timm Riedinger. "Wir sollten ihn als Zeugen laden", sagte der CDU-Obmann im Parteispenden-Untersuchungsausschuß, Andreas Schmidt, gegenüber dem stern. Riedinger hatte nach eigenen Worten Elf "bei der Leuna-Akquisition beraten", wurde von Elf in den Aufsichtsrat der Minol AG entsandt und ist zugleich ein enger Freund der Politikerin Edith Cresson. In der Zeit, in der Cresson in Paris als Premierministerin amtierte, erhielt der damalige Staatskonzern von der Treuhand den Zuschlag für den Kauf von Leuna und Minol. Nach ihrem Rücktritt beteiligte sich Elf an Cressons Beratungsgesellschaft SISIE und bezahlte sie für Studien zu Leuna und Minol. Dass Riedinger Kenntnisse über Spendenzahlungen von Elf an die CDU haben könnte, legen Zeugenaussagen nahe, über die neuerdings die belgische Justiz und der Haushaltskontrollausschuß des Europaparlaments verfügen. Dort sagte der belgische Ingenieur André Hardy aus, er habe 1995 in seinem Büro in Brüssel eine Konversation zwischen Riedinger und einem anderen engen Cresson-Vertrauten, dem inzwischen verstorbenen Zahnarzt René Berthelot, mitgehört. Berthelot habe davon gesprochen, dass man Kohl in einer Öl-Sache "in die Falle gelockt" habe. Riedinger habe diese Aussage nicht erstaunt. Diese Meldung ist unter Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Hans-Martin Tillack, Tel 0032-2-285 09 29 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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