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stern: Terrorverdächtiger der "Sauerland Gruppe" drohte eigenem Bruder mit Mord

    Hamburg (ots) - Die Terrorverdächtigen der so genannten "Sauerland Gruppe" waren religiös weitaus stärker fanatisiert als bislang bekannt. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, bereits am Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet, drohte einer der Männer seinem jüngeren Bruder mit Mord aus religiösen Gründen. "Ich verschone dich noch einmal, weil du mein Bruder bist. Das nächste Mal muss ich dich umbringen", soll der damals 21-jährige Konvertit Daniel Schneider gesagt haben, nachdem sein Bruder den Propheten Mohammed kritisiert hatte.

    Am 22. April beginnt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen den heute 23 Jahre alten Daniel Schneider, Fritz Gelowicz, 29, Atilla Selek, 24, und Adem Yilmaz, 30. Die Bundesanwaltschaft wirft den Männern der "Sauerland Gruppe" vor, im Auftrag der "Islamischen Dschihad Union" (IJU) Anschläge auf US-amerikanische Kasernen, Diskotheken und Pubs geplant zu haben. Drei der Verdächtigen waren am 4. September 2007 in einem sauerländischen Ferienhaus verhaftet worden, als sie versuchten, aus 730 Kilogramm Wasserstoffperoxid und Weizenmehl Sprengstoff herzustellen. Der vierte wurde kurze Zeit später in Istanbul festgenommen. Nach Recherchen des stern hatten die Männer rund 9000 Euro für die Anschlagsplanung investiert.

    Wie der stern weiter berichtet, seien die jungen Männer vor allem durch ihren Aufenthalt in arabischen Sprachschulen und in einem pakistanischen Ausbildungslager, das der IJU zugeschrieben wird, radikalisiert worden. Nach seiner Rückkehr aus Ägypten und Pakistan habe Daniel Schneider nicht nur seinem eigenen Bruder mit Mord gedroht, sondern auch einem anderen Verwandten. Wenn dieser nicht bereit wäre zum Islam zu konvertieren und die Schutzsteuer der Muslime zu bezahlen, müsse er ihm "die Rübe abhauen", soll Schneider nach Angaben des Verwandten gesagt haben.

    Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen die vier Terrorverdächtigen umfassen nach Informationen des stern mehr als 500 Aktenordner. Über 800 Datenträger in einem Umfang von 3,6 Terabyte wurden ausgewertet.

Pressekontakt:
stern-Redakteur Martin Knobbe, Telefon 0171/1410771

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