Gruner+Jahr, STERN

stern: Geldwäscheverdacht gegen Holzer auch in Deutschland

    - Querverweis: Bild ist abrufbar unter:
    http://recherche.newsaktuell.de/galerie.htx?type=obs        

    Hamburg (ots) - Der deutsche Kaufmann und Lobbyist Dieter Holzer,
eine der Schlüsselfiguren in der Schmiergeldaffaire um den Verkauf
der ostdeutschen Leuna-Raffinerie an den französischen Konzern Elf
Aquitaine, wird nun auch von deutschen Behörden der Geldwäsche
verdächtigt. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe
unter Bezug auf einen Vermerk über ein Treffen von elf
Geldwäscheexperten im Bundeskriminalamt am 25. Januar dieses Jahres
berichtet, wurde die Augsburger Staatsanwaltschaft aufgefordert, ein
förmliches Ermittlungsverfahren gegen Holzer einzuleiten. Holzer muss
sich demnächst vor dem CDU-Parteispendenausschuss des Bundestages
verantworten.
      
    Das BKA hat sich erboten, die Ermittlungsarbeit zu übernehmen. Bei
der Augsburger Staatsanwaltschaft wird bereits seit fünf Jahren wegen
Bestechung und Bestechlichkeit gegen den ehemaligen
Verteidigungsstaatssekretär Holger Pfahls, Ex-CDU-Schatzmeister
Walther Leisler Kiep, Max Strauß und den Waffenhändler Karlheinz
Schreiber ermittelt. Das BKA ist nach stern-Informationen davon
überzeugt, dass zwischen der Leuna-Affaire und dem Panzergeschäft mit
Saudi-Arabien ein enger Zusammenhang besteht.
      
    Der Verdacht gegen Holzer hatte sich durch überraschende
Aktenfunde badischer Zollbeamter im Mai vorigen Jahres erhärtet.
Damals waren bei Holzers Sohn Alfred eine aktuelle
Vermögensaufstellung eines Liechtensteiner Treuhänders für Holzers
Briefkastenfirma "Delta International Establishment" in Vaduz
sichergestellt worden. Der Treuhänder hatte seinem Klienten
Überweisungen in Höhe von rund 40 Millionen Mark, darunter rund 11,2
Millionen US-Dollar, auf ein nicht näher bezeichnetes, "Ihnen
bekanntes Konto" in Beirut attestiert, über das Holzer verfüge. Aus
einem ebenfalls gefundenen Beleg geht hervor, dass im Jahre 1997 von
Holzers Delta - Konto LO - 234.986.1 beim Schweizer Bankverein ein
Betrag von rund 11,25 Millionen Dollar auf das Konto eines mit
Holzers Frau verwandten Libanesen in Beirut geflossen sind. Bei
diesem Transfer handelt es sich nach Auffassung der Fahnder
tatsächlich um eine Überweisung Holzers auf ein Konto, über das er
selbst verfügt. Aus diesem Sachverhalt schließen die Fahnder auf
Geldwäsche.
    
ots Originaltext: stern
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de


Für Rückfragen steht stern-Redakteur Klaus Wirtgen, Tel.: 0211/35 59
59 59 zur Verfügung.

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Gruner+Jahr, STERN

Das könnte Sie auch interessieren: