Peter Sodann im "stern": "Die nächste Stufe wäre doch, mich zu erschießen"
Hamburg (ots) - Der Bundespräsidenten-Kandidat der Linken, Peter Sodann, verschärft seine Angriffe gegen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. In einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins "stern" sagte der Schauspieler: "Ackermann steht für eine Kaste von Managern, die ihr Amt missbrauchen." Sodann weiter: "Mein Gott, Jesus hat doch auch bestimmte Herrschaften aus dem Tempel verwiesen. Ich denke, dass sehr viele Menschen Angst vor Leuten wie Ackermann haben! Sehr reale Angst vor ihrer wirtschaftlichen Macht, Angst vor ihrem Handeln." Sodann, der von 1991 bis 2007 den "Tatort"-Kommissar Bruno Ehrlicher spielte, hatte bereits vor einigen Monaten verkündet, er würde Ackermann gerne verhaften.
Der Schauspieler attackierte im "stern" auch die Bundesregierung: "Der Staat schnürt Pakete für die Banken und die Automobilindustrie! Wie wirkt das auf Hartz-IV-Empfänger, Arbeiter und Arbeitslose? Warum schnürt die Kanzlerin kein Paket gegen die Kinderarmut?"
Sodann beklagte im Gespräch mit dem Magazin seine Darstellung durch die Medien. "Die wollen mich hoppnehmen, mich zwicken und ärgern", sagte der Linkspartei-Kandidat. "Was mache ich denn? Ich weise darauf hin, dass es zu viele Arme im Land gibt, ich rufe nach mehr Gerechtigkeit!" Die Aufregungen um seine Äußerungen wies er zurück: "Die Wut gegen mich speist sich auch daraus, dass ich mit einfachen Worten ausdrücke, was viele im Land denken, was sie bedrückt." Ihm sei stets klar gewesen, dass seine Kandidatur "für die Liebhaber des Kapitalismus" eine "Provokation" sei. Allerdings überrasche ihn die Häme der Medien. "Die nächste Stufe wäre doch, mich zu erschießen!" Er sei deshalb auch "froh, wenn der 23. Mai 2009, also die Wahl des Bundespräsidenten vorbei ist."
Über seine Ziele sagte Sodann dem "stern": "Ich stehe für ein anderes Land, ich komme von ganz unten - und mir war stets klar, dass sich die Bürgerlichen gegen so einen wie mich wehren würden". In diesem Zusammenhang vergleicht der Ex-"Tatort"-Kommissar seine Lebensgeschichte mit der von Bundespräsident Horst Köhler: "Er war immer auf Seiten der Macht. Ich auf Seiten der Ohnmacht."
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Stern-Autor Arno Luik
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