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stern: Bundesverteidigungsministerium arbeitet bei Rüstungsvorhaben mit Agnes Hürland-Büning zusammen

    Hamburg (ots) -
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    Hochrangige Beamte aus dem Bundesverteidigungsministerium pflegen immer noch im Zusammenhang mit sensiblen Rüstungsvorhaben engsten Umgang mit der 1990 als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium ausgeschiedenen Agnes Hürland-Büning. Das berichet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, in dieser Woche bereits am Mittwoch erscheinenden Ausgabe.

    So trat Frau Hürland-Büning, die als Lobbyistin für verschiedene Projekte des Thyssen-Konzerns rund acht Millionen Mark Provision kassierte, nach Informationen des stern am 19. Oktober 1999 gemeinsam mit dem Ministerialdirektor Hans-Heinrich Weise, Abteilungsleiter Rüstung im Verteidigungsministerium, bei der Firma Bruker in Bremen auf. Bei Bruker wurde Hürland auf Wunsch des Rüstungsreferats Rü IV 5 (physikalischer und chemischer Schutz) mit einem langen Katalog sensibler Entwicklungsvorhaben im ABC-Bereich bei deutschen Nato-Partnern vertraut gemacht - darunter auch mit den Themen "Kampfwertsteigerung der bestehenden Spürpanzer Fuchs" für die USA.

    Die von den Vereinigen Arabischen Emiraten gewünschten Spürpanzer "Fuchs" sollen offenbar mit einem Trick zur Kampfmaschine aufgerüstet werden. In der "Projektakte Fuchs", die am 24. November 1999 vom Hersteller Henschel der Bundeswehr übergeben wurde, steht die Forderung der VAE-Streitkräfte nach Zubehör, "um auf der Oberseite ein Maschinengewehr Kaliber 12,7 aufzunehmen, welches von innen elektrisch betrieben wird". Die Spürpanzer werden mit einem Panzerturm vom Typ Kuka 608 mit Feuerleitsystem und Lafette geliefert, auf die das belgische Maschinengewehr FN 12,7 mm Browning maßgeschneidert passt - und vor Ort montiert werden kann. Getestet und erpobt wird die Bewaffnung von der Bundeswehr. Auch sollen die VAE-"Füchse" mit Zusatzpanzerung versehen werden.

    In der Projektakte "Fuchs" ist noch ein weiteres genehmigungspflichtiges Waffengeschäft versteckt. Die Emirate wünschen eine Zusatzpanzerung ihrer 330 russischen Kettenpanzer vom Typ BMP 3, wodurch der Kampfwert des Panzers erheblich gesteigert würde.

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