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stern GESUND LEBEN warnt vor privat vertriebenen Vitaminen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln

    Hamburg (ots) - Fragwürdige Verkaufsmethoden unseriöser Hersteller / Einige Vitaminpräparate erhöhen die Sterblichkeit / Ausgabe 6/2008 ab sofort im Handel erhältlich

    Wenn Sportfreunde oder Bekannte Vitaminpillen und andere Nahrungsergänzungsmittel empfehlen, geschieht das nicht immer nur aus persönlicher Überzeugung. Verschiedene Hersteller solcher Mittel haben es geschafft, Laien als Verkäufer anzuwerben, die im großen Stil "Freunde und Familie abgrasen", sagt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn mit privater Vertrautheit lassen sich gute Geschäfte machen. In der Zeitschrift stern GESUND LEBEN rät die Ernährungsexpertin, jedes Angebot dieser Art so freundlich wie bestimmt abzulehnen. Insbesondere dann, wenn einem Produkt Heilkraft gegen Krankheiten zugesprochen wird.

    In jüngster Zeit verdichten sich die Hinweise darauf, dass selbst Vitaminpräparate nicht immer so harmlos sind, wie lange gedacht. Forscher des Cochrane-Zentrums Kopenhagen kamen in einer großen Übersichtsstudie zu dem Ergebnis, dass die Mittel die Sterblichkeit erhöhen können. Die Supplementierung mit Vitamin A erhöhte das Sterberisiko um 16 Prozent, Beta-Karotin um 7 Prozent, Vitamin E um 4 Prozent. Die Gefahr des Vitaminverkaufs durch Laien liegt auf der Hand: Sie verfügen nicht über Fachwissen und sind nicht in der Lage, eventuelle Risiken zu erkennen.

    Verbraucherschützerin Clausen warnt auch vor falschen Freunden im Internet. Online-Produktforen genießen zu unrecht den Ruf, neutrale Informationsquellen zu sein, wie die Düsseldorfer Experten bei einer Untersuchung feststellten: Jeder zweite Autor von "Testberichten" im Internet war tatsächlich ein Verkäufer von Nahrungsergänzungsmitteln, etliche von ihnen gaben sogleich Bestellinformationen bekannt. Clausen fordert den Gesetzgeber auf, diese Marketingform mit harten Strafen zu ahnden. Nahrungsergänzungsmittel dürfen in Deutschland nicht mit dem Versprechen beworben werden, Krankheiten zu kurieren. Im Internet verschwimmt allerdings die klare Rechtslage, da Hersteller wie auch die Betreiber der Produktportale betonen, dass nicht sie für die Webeinträge verantwortlich seien, sondern die Autoren.

    Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift stern GESUND LEBEN: "Ratgeber Vorsorge: Wie Sie sich vor den großen Krankheiten schützen". Das Magazin ist ab sofort im Zeitschriftenhandel zum Preis von 5,20 Euro erhältlich.

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