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Brüsseler CSU-Chef kritisiert Prodi und Stoiber

Der Chef der CSU-Abgeordneten im Europaparlament, Markus Ferber, rechnet mit einem vorzeitigen Rücktritt von Kommissionspräsident Romano Prodi. Er glaube, dass Prodi "maximal drei Jahre durchhält", sagte Ferber in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Es sei von Anfang an klar gewesen, "dass Prodis Kommission nach einer Anfangsperiode Ernüchterung auslösen würde", fügte der CSU-Politiker hinzu. Prodi werde "scheitern", weil er keine Schwerpunkte setze und sich von den Staats- und Regierungschefs "zuviel aufladen" lasse, sagte Ferber weiter. Jeder neue EU-Gipfel habe in den vergangenen Monaten neue Schwerpunktaufgaben beschlossen. "Am Ende wird die Kommission kollabieren", warnte der Politiker. "Wir stehen kurz vor dem Europa-Infarkt." Überdies, so der Europaabgeordnete, sei der Kommissionschef "ein schlechter Redner", kenne seine Akten nicht und suche sich "keine Verbündeten" im Europaparlament oder den Hauptstädten. Trotzdem habe er überzogene Phantasien von seiner Rolle: "Er selbst sieht sich ja offenbar als Erneuerer des römischen Imperiums - als Rechtsnachfolger von Kaiser Augustus..." Ferber kritisierte zugleich die jüngsten europapolitischen Ankündigungen des CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber. Im Gegensatz zu Stoiber sehe er "keine Möglichkeit", mit Unterschriftenaktionen über die EU-Erweiterung abstimmen zu lassen, sagte Ferber in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. "Wofür sollen die Leute unterschreiben?", fragte der CSU-Europaabgeordnete. "Für Polen und gegen Tschechien? Oder umgekehrt? Das kann ich mir nicht vorstellen." ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen: Hans-Martin Tillack Tel. 0032 / 496 / 52 09 23 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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