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stern-Interview mit Georgiens Präsident Eduard Schewardnadse: "Russland auf keinen Fall isolieren"

Hamburg (ots) - Vor einer Ausgrenzung Russlands durch den Westen hat der georgische Präsident Eduard Schewardnadse gewarnt. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern erklärte er: "Wir möchten, dass Russland tiefer in europäische und globale Prozesse einbezogen wird. Man darf dieses Land auf keinen Fall isolieren." Zugleich äußerte er die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Tschetschenien-Krieges: "Jeder bewaffnete Konflikt gefährdet Frieden und Stabilität einer ganzen Region." Georgien strebt laut Schewardnadse bis 2005 den Beitritt zur Europäischen Union und zur Nato an. Schewardnadse erklärte, er sehe "keinen Widerspruch" zwischen guten Beziehungen zu Russland und einer Integration in westliche Allianzen. "Wir möchten mit einem stabilen, demokratischen, wirtschaftlich blühenden Russland zusammenarbeiten", sagte er. Nur durch ein "konkretes Programm der Zusammenarbeit" könne der Kaukasus "Teil eines friedlichen Europas werden". Priorität für sein Land habe die Integration in die EU: "Natürlich erfordert das viel Zeit und Arbeit." Von Deutschland, dessen Bundeskanzler Gerhard Schröder in dieser Woche nach Tbilissi reist, erhoffe er sich, "dass es uns weiterhin hilft, einen freien, demokratischen und unabhängigen Staat aufzubauen". Im Tschetschenien-Konflikt erkenne Georgien "uneingeschränkt die territoriale Integrität Russlands" an, sei aber zu einer Friedensvermittlung bereit, "wenn beide Seiten einwilligen". Schwardnadse betonte: "Wir hoffen, dass das Blutvergießen bald endet und unschuldige Menschen nicht mehr sterben müssen." ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Für Rückfragen steht Ihnen stern-Redakteur Mario Dederichs zur Verfügung. Tel. 040/3703 3040. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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