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stern: Geschäfte zwischen Bundesanstalt für Arbeit und Nürnberger BW-Verlag laufen trotz Kritik weiter

Hamburg (ots) - Die Bundesanstalt für Arbeit kooperiert trotz heftiger Kritik des Bundesrechnungshofes weiter mit dem "BW Bildung und Wissen-Verlag und Software GmbH" (BW-Verlag) in Nürnberg. In dem Verlag wurden nach Informationen des Hamburger Magazins stern zahlreiche Verwandte von Beamten der Anstalt untergebracht. Interne Haushaltspläne, die dem stern vorliegen, dokumentieren, dass die Behörde den BW-Verlag auch nach dem Prüfbericht des Rechnungshofes großzügig mit Aufträgen bedacht hat. Der Bundesrechnungshof hatte 1995 "jahrelange Verstöße gegen grundlegende Bestimmungen des Haushalts- und Vergaberechts" bei Aufträgen von über insgesamt 634 Millionen Mark moniert. Der BW-Verlag, so der Rechnungshof, habe "durch das Zusammenwirken" mit den "Bediensteten des Fachreferats" unter "weitgehender Umgehung des Beauftragten für den Haushalt der BA" seine "Umsatzinteressen" durchgesetzt. Präsident Jagoda versprach damals, er werde "die Verträge unverzüglich kündigen" und "unkorrektes Verhalten von Mitarbeitern bis ins Detail aufklären und unterbinden". Von den sechs Disziplinarverfahren, die die Bundesanstalt für Arbeit eingeleitet hat, sind nach Auskunft der Behörde vier noch immer nicht abgeschlossen. Dennoch konnte der BW-Verlag die Einnahmen für "Gabi", dem "Grundwerk ausbildungs- und berufkundlicher Informationen", von 25,5 Millionen Mark im Jahre 1996 auf 50,5 Millionen Mark im Jahre 1998 fast verdoppeln. "Damit konnte der Verlag die Löcher stopfen, die der von Präsident Bernhard Jagoda gezwungermaßen angeordnete Wegfall oder die anderweitige Vergabe berufskundlicher Medien wie die Datenbank 'Kurs' verursacht hat", zitiert der stern einen Beamten der Behörde. Im vorigen Jahr demonstrierte der BW-Verlag laut stern, dass er auch deutlich knapper kalkulieren kann. Er beteiligte sich an der europaweiten Ausschreibung für die geplante neue Datenbank "Informationssystem Berufe" (Auftragsvolumen pro Jahr: etwa 40 Millionen Mark) und senkte den Preis für die Aktualisierung des "DV-gabi-Datenbestands" um etwa 40 Prozent je Beruf-Einheit von 4776 auf 2837 Mark. Ersparnis für die Bundesanstalt für Arbeit: rund zwölf Millionen Mark. Ein kluger Schachzug. "Auf Grund des wirtschaftlichsten Angebots", so Präsident Bernhard Jagoda zum stern, "wurde der Zuschlag Ende Januar an den BW-Verlag erteilt." ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Rückfragen an: stern-Redakteur Günter Handlögten Telefon 040/3703-4470. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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