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stern: Gutachten bringt den Veba-Konzern erneut in Verruf
Handwerksmeister mit Geldzuwendungen zum Schweigen gebracht

    Hamburg (ots) - Ein vom Landgericht Bochum in Auftrag gegebenes
Gutachten bringt nach stern-Informationen den Veba-Konzern erneut in
Verruf. Es erhärtet den Verdacht, dass der Vorstand von
Veba-Immobilien den Dortmunder Handwerksmeister Wolfgang Lankes mit
Geldzuwendungen zum Schweigen gebracht hat, berichtet das Hamburger
Magazin in seiner neuen Ausgabe, die am morgigen Donnerstag
erscheint.
    
    Der über die schleppenden Zahlungseingänge der Veba verärgerte
Lankes hatte den Immobilien-Managern in einem Brief angedroht, vor
der Staatsanwaltschaft über die Schmiergeldpraktiken im Konzern
auszupacken. Veba-Immobilien übernahm daraufhin von Lankes für 3,5
Millionen Mark dessen überschuldete Installationsfirma. Während
Veba-Manager die Summe realistisch nannten, sprechen die
Wirtschaftsprüfer laut stern in ihrem Gutachten von einem weit
überhöhten Kaufpreis, der durch "den Informationsstand von Käufer und
Verkäufer geprägt" war.
    
    Wie der stern  weiter berichtet, müssen der Ex-Vorstandschef von
Veba-Immobilien Ulrich Lilienthal und der einstige Veba-Personalchef
Heinz Gentz nun mit einer Anklage wegen Untreue rechnen. Beide hatten
dem Kauf der Lankes-Firma zugestimmt. Gentz verbüßt derzeit eine
Haftstrafe, weil er sich auf Kosten der Veba seine Villa renovieren
und seinen Garten umgestalten ließ und sich außerdem
Versicherungsleistungen erschwindelt hatte. Lilienthal muss sich in
Kürze vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Er soll ebenfalls
unbezahlte Umbauarbeiten in Anspruch genommen haben und für eine
Veba-Firma Schmiergeldzahlungen an einen mit der Auftragsvergabe
betrauten Beamten der Bundesbauverwaltung gebilligt haben.
    
    Glimpflich davon kam laut stern  der Ehrenvorsitzende des
Veba-Aufsichtsrates Günter Vogelsang. Jahrelang hatte er von einer
Gartenbaufirma die Anlagen seiner Düsseldorfer Villa auf Kosten der
Veba pflegen lassen. Gegen eine Geldauflage von 200 000 Mark hat das
Bochumer Landgericht das Verfahren gegen Vogelsang eingestellt. Als
Hauptgrund für ihre Milde gaben die Richter das hohe Lebensalter des
Beschuldigten an: Vogelsang wird am morgigen Donnerstag 80 Jahre alt.
    
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