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stern: EU-Kommission versäumte Kontrolle von Nukleartransporten

Hamburg (ots) - Die Irrfahrt von 0,69 Gramm Plutonium aus dem EU-Forschungszentrum Geel, die im Oktober Schlagzeilen machte, hätte offenbar vermieden können. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe berichtet, rieten Prüfer der Generaldirektion für Finanzkontrolle schon im Dezember 1997 "dringend" zu einer "gründlichen Untersuchung" der in den Instituten des Gemeinsamen Forschungszentrums (GFZ) der EU geltenden Schutzvorkehrungen bei Gefahrguttransporten - "besonders" in Geel. Mögliche Probleme beträfen "das Handling, die Lagerung, den Transport und die Entsorgung" von radioaktiven Stoffen und anderen Risikomaterialien. Bereits einmal sei "ein nichtversicherter Transport mit Rohmaterial verloren gegangen", heißt es laut stern in dem Prüfbericht. Wie der stern weiter berichtet, gab die Generaldirektorin für Finanzkontrolle, Isabella Ventura, diesen Bericht jedoch nie offiziell weiter. Das GFZ erhielt im Dezember 1997 nur einen "Entwurf". Von seiner Existenz erfuhr der seit Februar 1998 amtierende GFZ-Generaldirektor Herbert Allgeier erst vergangene Woche durch die Anfrage des stern. Inzwischen bereitet laut Informationen des stern auch der Europäische Rechnungshof einen Bericht über das GFZ vor. Die Ventura vorgesetzte Kommissarin Michaele Schreyer (Grüne) wolle dafür sorgen, dass aus Prüfberichten künftig rascher Konsequenzen gezogen werden. "Der Umgang mit Auditberichten war in der Vergangenheit völlig unbefriedigend", sagte die Kommissarin dem stern. Hintergrund: Vom 2.September bis zum 4.Oktober 1999 war ein offiziell als leer geltender Container vom belgischen Geel über Euratom in Luxemburg bis ins britische Abingdon zur Firma Croft Associates geschickt worden. Erst dort wurde entdeckt, dass in dem Behälter Plutonium ruhte. Ein von Kommissionspräsident Romano Prodi berufenes Untersuchungskomitee machte "menschliches Versagen" als Ursache aus. Das Komitee empfahl, die Sicherheitsprozeduren zu verbessern. Diese Meldung ist unter Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Rückfragen an: stern-Redakteur Hans-Martin Tillack, Telefon 00322-2880929 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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