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Westdeutsche Zeitung: Düsseldorfer Flughafen-Urteil = von Uwe-Jens Ruhnau

    Düsseldorf (ots) - Nordrhein-Westfalen kann aufatmen. Sein wichtigster Flughafen darf weiter wachsen. Das ist eine gute Nachricht zur richtigen Zeit. Schließlich ist die Region Düsseldorf für Fluggesellschaften der größte deutsche Markt und die Großairline Air Berlin und LTU schickt sich an, eine alte Scharte auszuwetzen. Endlich soll es in der Landeshauptstadt zwei Drehkreuze für Interkontinentalflüge geben  vormittags nach Amerika, nachmittags nach Fernost. 18 Millionen Menschen im Umkreis von 100 Kilometern werden dieses Angebot zu nutzen wissen. Ihr Interesse und das weiterer Kunden hat innerhalb eines Jahres eine Million zusätzlicher Passagiere und 1000 neue Jobs zur Folge gehabt. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat diese Bedeutung des Düsseldorfer Flughafens deutlich herausgestellt. Dass die Richter in keinem Punkt den sechs klagenden Städten gefolgt sind, ist für die Stadträte und Verwaltungen eine Ohrfeige. Ob Lärmschutz oder die Auslegung der Genehmigungsgrundlagen: Der Flughafen wie auch NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke haben sich, wie das Gericht sagt, angemessen und korrekt verhalten. Viele der Kommunen sind Dauerkläger, in denen Politiker sich dem Druck der Bürgerinitiativen gebeugt haben. Ihre Bürgermeister stellen in Fensterreden zwar gerne heraus, dass sie "ja nichts gegen den Flughafen haben", tatsächlich waren sie im konkreten Fall nie für eine neue Genehmigung, die Wachstum ermöglicht. Die Firmen jedoch, die sich wegen der Flughafennähe bei ihnen angesiedelt haben, wurden stets mit offenen Armen empfangen. So jämmerlich wird bei uns Verantwortung buchstabiert. Der Flughafen im Ballungsraum bleibt ein Streitfall. 115000 Starts und Landungen sollen in diesem Sommer abgewickelt werden, 131000 dürfen es nun maximal sein. Das ist die Kapazität der Hauptstartbahn, verteilt auf beide Bahnen  und gedeckt durch den berühmten Angerlandvergleich. Irgendwann, wenn auch die nun eingeräumten Möglichkeiten ausgeschöpft sind, beginnt der Streit um die volle Auslastung beider Bahnen. Dann könnten vielleicht 170000 Slots abgewickelt werden. Offiziell sagt das niemand, aber dieser Schritt ist langfristig programmiert.

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