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Westdeutsche Zeitung: Inlandspresse/Westdeutsche Zeitung (Düsseldorf) zu: Ökostromumlage

Düsseldorf (ots) - Kommentar Die Ökostromumlage sinkt nur minimal Kein Grund für Jubelstürme

Werner Kolhoff

politik@wz-plus.de Das minimale Sinken der Ökostromumlage ist kein Grund, in Jubelstürme auszubrechen. Die Kostenbelastung für gewerbliche wie private Stromkunden ist in Deutschland extrem hoch. Und sie ist ein Standortnachteil, der die industrielle Basis des Landes zu gefährden droht. Nur verschieben sich die Gründe dafür. Sonnen- und Windstrom sind es künftig nicht mehr. Die neuen Anlagen sind so effizient, das der Strom dort schon günstiger hergestellt werden kann, als in konventionellen Kraftwerken. In der Umlage von jetzt noch 6,17 Cent je Kilowattstunde werden im Wesentlichen die hohen Kosten der vergangenen Installationsrunden mitgeschleppt, als die Technik noch nicht so ausgereift war und wesentlich teurer war. Trotzdem gab es auf 20 Jahre garantierte hohe Abnahmepreise. Die Kosten dürften sich am Ende auf insgesamt 200 Milliarden Euro summieren. Das ist die Startfinanzierung für die Erneuerbaren Energien in Deutschland, eine ganz neue Industriebranche, die inzwischen mehr als 300 000 Arbeitsplätze bietet. Es war eine teure Investition, aber sie hat sich gelohnt. Die neuen Kostentreiber lauern in den Verwerfungen des Marktes, die nicht das Erneuerbare-Energien-Gesetz mit sich gebracht hat, sondern die aus politischen Fehlentscheidungen, Verzögerungen und Widersprüchen im Zuge der Energiewende resultieren. Die Stromkonzerne etwa wurden mit dem erst lange verzögerten und dann überhastet durchgeführten Atomausstieg in Schwierigkeiten gebracht, die sie nun auf Kosten der Kunden zu lösen suchen. Sie geben sinkende Strompreise nicht weiter. Der Emissionshandel wurde eingeführt, aber nicht gepflegt, so dass Kohlestrom wieder sehr billig ist. Folge: Es gibt eine massive Überproduktion an Strom und der CO2-Ausstoß wächst wieder. Und um in diesem Chaos zwischen alten und neuen Erzeugungsformen die Spannung stabil zu halten, müssen nun teure Reservekapazitäten und neue Netze gebaut werden. Nein, wegen eines Absinkens der EEG-Umlage um 0,07 Cent je Kilowatt ist der Strommarkt in Deutschland wirklich noch lange nicht in Ordnung. Im Gegenteil.

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