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Westdeutsche Zeitung: Menschlichkeits-Verbrechen als Methode = von Ulli Tückmantel

Düsseldorf (ots) - Dass es angesichts der brodelnden Ukraine-Krise und des Gaza-Konflikts überhaupt Vorkommnisse aus dem Irak und Syrien in die Nachrichten schaffen, hat einen so simplen wie abscheulichen Grund: Die Terroristen-Horden, die sich als Gotteskrieger für einen "Islamischen Staat" (IS, vormals Isis) bezeichnen, schrecken vor buchstäblich gar keiner Barbarei zurück, um ihre rücksichtslose Horror-Herrschaft auf inzwischen rund einem Drittel der Fläche des in Teilen offenbar nur noch formal existierenden irakischen Staats zu festigen. Handlungsunfähig und tatenlos sieht die Staatengemeinschaft zu, wie Millionen von Syrern und Irakis quer durch alle Ethnien und Glaubensgemeinschaften schutzlos den Gewaltorgien bestialischer Verbrecherbanden ausgeliefert sind, gegen die sich die afghanischen Taliban wie eine harmlose Trachten-Truppe ausnehmen. Die nun angeordnete flächendeckende Genitalverstümmelung aller Mädchen und Frauen zwischen elf und 46 Jahren stellt selbst die bisherigen Abscheulichkeiten der IS-Terroristen unter dem fadenscheinigen Deckmantel des sunnitischen Islam noch in den Schatten. Die zwangsweise Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen ist ein besonders perfides Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das die Verletzung der Menschenwürde und des Rechts auf körperliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit in aller Offenheit als Herrschafts-Instrument einsetzt. Der Westen darf der Massen-Genitalverstümmelung nicht zusehen. Doch genau das ist zu befürchten. Im Schatten der Ukraine-Krise und des Gaza-Konflikts droht das unvorstellbare Elend von Millionen Mädchen und Frauen einfach aus dem Blickfeld zu geraten. Dass UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gestern nach der Wahl des kurdischen Politikers Fuad Masum zum irakischen Staatspräsidenten erklärte, das Land werde nur dann eine Chance haben, wenn eine irakische Regierung "unter Beteiligung aller Gruppen" formiert werde, lässt sogar befürchten, dass die UN sich mit Terroristen arrangieren, die aus der zivilisierten Menschheit ausgetreten sind.

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