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Westdeutsche Zeitung: Fernbusse - Konkurrenz für die Bahn - endlich Ein Kommentar von Peter Kurz

Düsseldorf (ots) - Längst überfällig war es - das Ende dieser seltsamen Regelung, die die Bahn vor Konkurrenz durch Fernbusse bewahrt. Eine Regelung, die dazu führte, dass Fernbuslinien bislang nur eine Chance auf Genehmigung hatten, wenn sie nicht mit der Bahn konkurrieren.

Dass das nicht so bleibt, wird vor allem jene freuen, die sich immer wieder über den "Service" der Bahn ärgern. Da ist es nichts Außergewöhnliches, dass man etwa für den ICE Frankfurt-Düsseldorf 76 Euro hinblättert und mit einem Platz auf dem Boden zwischen den Abteilen abgespeist wird. Konkurrenz kann hier nur gut tun. Zumal die neuen Wettbewerber auf der Straße preiswerter sein dürften.

Natürlich hat die Bahn weiterhin ihre Vorteile: Sie wird meist schneller sein. Und mangels Staurisiko im Regelfall zeitlich zuverlässiger. All diejenigen werden nicht auf den Bus umsteigen, die die Bewegungsmöglichkeiten im Zug während der Fahrt schätzen und nicht stundenlang an einen Sitz gefesselt sein wollen.

Doch für manch einen bedeutet die Bahn Stress. Ein- und Aussteigen ist für Ältere oft ein Problem. Kleingruppen dürften in Bussen "unterhaltsamer" ans Ziel kommen. Unter Umweltaspekten geht die Sache auch in Ordnung. Der in dieser Hinsicht schädliche Individualverkehr bekommt Konkurrenz. Im Vergleich zur Bahn steht zu erwarten, dass Fernbusse mit ihrer geringeren Fahrgastzahl flexibler sind und im Vergleich zur Bahn besser ausgelastet sein werden.

Allerdings: Freier Wettbewerb darf nicht zu Wildwuchs führen. So ist es vernünftig, dass dem durch kommunale Mittel finanzierten öffentlichen Personennahverkehr keine neue Konkurrenz entsteht - was dadurch garantiert werden soll, dass die Haltestellen der Fernbusse mindestens 50 Kilometer auseinander liegen müssen. Wichtig auch: Eine strenge Aufsicht der Unternehmen und ihrer Sicherheitsstandards - damit preiswertes Reisen nicht zum gefährlichen Reisen wird.

Stimmen dann noch die Fahrgastrechte - Entschädigungsleistungen bei Ausfall oder großer Verspätung -, so ist allen gedient. Auch denjenigen, die weiter mit der Bahn fahren. Einer Bahn, die es sich dann aus Gründen des Wettbewerbs nicht mehr erlauben kann, den zahlenden Gast auf dem Boden sitzen zu lassen.

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