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Westdeutsche Zeitung: Die NRW-Parteien rüsten sich für den Wahlkampf - Heimspiel für Hannelore Kraft Ein Kommentar von Frank Uferkamp

Düsseldorf (ots) - Die Konturen des kommenden Wahlkampfs zeichnen sich ab: Er wird kurz und heftig. CDU und FDP werden Rot-Grün wegen der Haushaltspolitik attackieren und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als Schuldenkönigin anprangern. Umgekehrt wird die SPD den Amtsbonus der Ministerpräsidentin ausspielen und auf die Sehnsucht vieler Bürger nach sozialer Gerechtigkeit setzen. Und die Grünen? Nun, die haben von allem etwas und liegen vor allen Dingen voll im Trend.

Das alles ist strategisch gut zu begründen und verständlich. Natürlich sind die hohen Schulden des Landes die Schwachstelle der alten Regierung. In Zeiten der Euro-Krise reagieren die Bürger sensibel auf eine Ausgabenpolitik, die nicht den Gleichklang mit den Einnahmen wahrt. Doch darf die Union nicht übertreiben: Wer NRW mit Griechenland vergleicht, vergrault die Wähler, weil er sie damit beleidigt.

Fraglich ist vor allem, ob das Thema wirklich dazu taugt, einen Machtwechsel herbeizuführen. Kraft hat die vergangenen 20 Monate dazu genutzt, sich bekannt und beliebt zu machen. Ihre bodenständige und direkte Art hebt sich in den Augen vieler Bürger von dem manchmal abgehobenen Gehabe anderer Politiker ab, ihre Persönlichkeitswerte sind sehr gut. Und da Rot-Grün im Gegensatz zu früheren gleichfarbigen Landesregierungen gut harmoniert hat, kommt bisher keine Wechselstimmung auf.

Zumal die CDU-Kampagne an zwei ganz entscheidenden Punkten krankt. Spitzenkandidat Norbert Röttgen hat keine reale Machtperspektive, weil ihm ein Koalitionspartner fehlt. Selbst wenn die FDP den Wiedereinzug in den Landtag schaffen sollte - derzeit spricht wenig dafür -, wird sie nicht so viel auf die Waage bringen wie die Grünen. Und die haben sich auf eine Wiederauflage des Bündnisses mit der SPD festgelegt.

Doch wenn Röttgen nur auf Platz spielen kann, wird sein persönliches Dilemma umso deutlicher: Charmant, gleichwohl hartnäckig, verweigert er die Zusage, auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf zu wechseln. Er hat also eine Rückfahrkarte nach Berlin gelöst - Kraft und auch die Grünen werden das weidlich thematisieren.

Kraft gegen Röttgen, sie gegen ihn - am Ende sind die Kandidaten entscheidend.

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