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Westdeutsche Zeitung: Wechsel an der Spitze der NRW-CDU = Von Frank Uferkamp

Düsseldorf (ots) - Die nordrhein-westfälische CDU ist in einem tiefen Tal. Der Machtverlust hat die Partei bis ins Mark erschüttert. Er hat dazu geführt, dass mit Jürgen Rüttgers der erfolgreichste CDU-Landeschef seit den 60er Jahren das Handtuch werfen muss. Und es ist eine absurde Situation: Nach den vermeintlich besten fünf Jahren, die die Partei in den vergangenen vier Jahrzehnten hatte, benötigt sie einen Neuanfang. Denn die Partei ist derzeit ein Scherbenhaufen. Norbert Röttgen ist der neue Hoffnungsträger der Partei. Sie hat ihn in einer eindrucksvollen Manier gekürt: Die Beteiligung an der Mitgliederbefragung war aller Ehren wert und der Vorsprung Röttgens gegenüber seinem Konkurrenten Armin Laschet deutlich genug, um ihn zur klaren Nummer 1 zu machen. Doch Röttgen weiß selbst am besten, dass er eine schwierige Aufgabe übernommen hat. Zu allererst wird er Ordnung in der Landesparteizentrale schaffen. Sie ist in den vergangenen Jahren zu einem Ort des Misstrauens, der Bespitzelung und des Geheimnisverrats geworden. Er kommt mit einer neuen Mannschaft, die angeführt wird von dem alten Bekannten Oliver Wittke. Der muss nachweisen, dass er mehr ist als ein ewiges Talent. Vor allem aber muss Röttgen die CDU wieder thematisch in die Offensive bringen. In den beiden zentralen landespolitischen Feldern - der Bildungs- und der Kommunalpolitik - war die Union unter Rüttgers weit zurückgefallen. Wenn CDU-Landräte und Oberbürgermeister vor dem Landtag gegen die eigene Regierung protestieren, ist das verheerend. Hier muss Röttgen eine Lücke schließen. Das wird ihm gelingen, denn die Basis arbeitet ihm entgegen. In vielen Rathäusern waren die Entscheidungsträger weiter als so manch ein Ideologe in der Staatskanzlei. Die große Gefahr für Röttgen liegt in einem anderen Feld. Er ist weit von Düsseldorf entfernt und hat keine Plattform der Auseinandersetzung mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Im Landtag wird es keinen wahren Oppositionsführer geben, Röttgen bleibt da nur die Rolle des Gastkommentators. Mit Norbert Röttgen wird sich die CDU heute einen klugen, ehrgeizigen Landesvorsitzenden wählen. Die Partei wittert eine Chance, weiß um das Risiko. Dazu gibtes keine Alternative.

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