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Westdeutsche Zeitung: Wir brauchen eine Debatte über die Integration von Muslimen = von Wibke Busch

Düsseldorf (ots) - Die Äußerungen des Bundespräsidenten zum Islam waren ein wichtiges Signal: Christian Wulff hat in seiner Rede zum "Tag der deutschen Einheit" anerkannt, dass der Islam durch die Zuwanderung Teil der deutschen Realität geworden ist. So wie das Eingeständnis der Politik, dass es Probleme bei der Integration gibt, erst vor wenigen Jahren eine wirklich ernsthafte Debatte über die Integration von Zuwanderern in Gang setzte, so kann auch die Rede Wulffs zur Initialzündung werden. Zur Initialzündung für die überfällige Diskussion, wie die Integration speziell von Muslimen in Deutschland gelingen kann. Zu dieser Debatte gehört, die Erfolge zu benennen, die es bereits gibt. Dazu gehört aber vor allem, die vorhandenen Probleme anzusprechen. Und zwar sachlich, vorurteilsfrei und ohne Schaum vor dem Mund. Eine Politik, die diese Probleme und damit auch die Sorgen vieler Bürger aber einfach ignoriert, handelt fahrlässig. Wie fahrlässig, das zeigt nicht zuletzt der politische Aufstieg des Rechtspopulisten Geert Wilders in den Niederlanden. Zu dieser Debatte gehört zweitens, klare Anforderungen an die muslimischen Zuwanderer zu stellen. Diesen notwendigen Schritt hat die Kanzlerin gestern im Nachgang zu Wulffs Rede vollzogen. Indem sie die Muslime aufrief, sich an den deutschen Grundwerten zu orientieren. Wer in Deutschland lebt, muss sich an deutsche Spielregeln halten - das gilt für alle, nicht nur, aber auch für Bürger muslimischen Glaubens. Nicht zuletzt gehört zu der Debatte, auf die Zuwanderer zuzugehen. Das betrifft insbesondere den seit langem diskutierten islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache und mit in Deutschland ausgebildeten Lehrern. Er muss zur Selbstverständlichkeit an den Schulen werden. Das positive Echo auf Wulffs Rede zeigt, dass seine Worte auf fruchtbaren Boden fallen könnten. Anschließen müssen sich nun konkrete Schritte. Denn eine Initialzündung allein reicht leider nicht aus. Dass gerade diese Detailarbeit schwierig wird, zeigen die bisher eher mühsamen Diskussionen zwischen Staat und Islamverbänden. An ihr geht aber kein Weg vorbei. Und sie muss schnell in Fahrt kommen - damit nicht noch mehr wertvolle Zeit ungenutzt verstreicht.

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