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Westdeutsche Zeitung: Europäischer Gerichtshof kippt das staatliche Glücksspiel-Monopol = von Olaf Kupfer

Düsseldorf (ots) - Geht es um zusätzliche Einnahmepotenziale, ist sich der Sport der Nächste und noch dazu einig. Motto: Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes war überfällig. Das Geld, das zugelassene private Wettanbieter künftig durch Werbung in den Markt blasen könnten, können wir allemal gut gebrauchen. Übel nehmen kann man den Sportlern diese freilich opportunistische Haltung nicht. Jahrelang hat der Staat dank seines Monopols nichts anderes gemacht. Der Europäische Gerichtshof hat das gestern eindrucksvoll bestätigt, als er dieses Alleinstellungsmerkmal für nicht mehr haltbar hielt. Weil der Staat trotz Ermahnung dauerhaft Unmengen in die Werbung für staatliche Lotterien und Glücksspiele pumpte - obwohl er doch auf diesem Gebiet als Monopolist in erster Linie der Suchtgefahr vorbeugen soll. Dort, wo es Geld zu verdienen gibt, fallen die moralischen Grenzen. Da unterscheidet sich der Staat wenig von den privaten Anbietern. Aus dieser wenig rühmlichen Tatsache muss noch nicht zwingend eine Liberalisierung des Wettmarktes erfolgen. Doch spricht die jahrelang erlebte Praxis dafür. Längst können private Wettanbieter auf einem zwar illegalen, aber kaum verfolgten Markt im Internet ihr Unwesen treiben. Den Hauptsitz ins Ausland verlegt - und schon ist der Weg hin zum Geschäft bereitet. Dass dem Staat damit unzählige Steuer-Millionen entgehen, ist nur ein Grund mehr, den Markt zu reformieren. Und sich nicht auf diffuse Monopolsicherungen zu versteifen, indem den Einwänden des Gerichtes nur kurzfristig Rechnung getragen wird. Der Wildwuchs der Wettbuden bedarf einer Regulierung mit angemessener Besteuerung. Für den Sport in Deutschland - und hier sprechen wir nicht allein über König Fußball - wäre die Aufhebung des Wettmonopols in der Tat ein Segen. Die florierenden Wettunternehmen haben schon in "legaler" Vergangenheit bewiesen, in Sachen Werbung vor allem auf direktes Sportsponsoring zu setzen. Im Vergleich zum europäischen Ausland, in dem Werbung privater Anbieter erlaubt ist, würde der deutsche Sport endlich einen Wettbewerbsnachteil schließen. Und auch Sportarten der zweiten Reihe wie Handball, Basketball oder Tennis dürften sich zusätzliche Einnahmen erhoffen.

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