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Westdeutsche Zeitung: Gesundheitsvorsorge = von Lothar Leuschen

Düsseldorf (ots) - Nein, die Nordrhein-Westfalen sind nicht dumm oder ignorant, was ihre Gesundheit angeht. Auch wenn der Bericht der Landesregierung das glauben machen könnte. Aber vor allem in jungen Jahren beschäftigt sich nun einmal niemand gern mit der Endlichkeit des Seins. Dabei war es nie einfacher als heute, sich vor vielen Furcht erregenden Krankheiten zu schützen. Aber zu wenige machen Gebrauch von Vorsorgeangeboten. Also müssen Anreize her. Gesundheit muss sich lohnen. Das haben Krankenkassen natürlich längst erkannt. Sie locken mit Boni und Rabättchen. Doch der Landesgesundheitsbericht 2009 zeigt schwarz auf weiß, dass dies alles bei weitem noch nicht ausreicht. Die Kassen, aber auch der Staat müssen ihre Anstrengungen deutlich verstärken. Denn Gesundheit ist ein hohes Gut. Persönlich für jeden einzelnen und wirtschaftlich für die Gesellschaft. Wenn Versicherte länger gesund bleiben, sparen Kassen bares Geld. Prävention ist billiger als Therapie. Wenn Arbeitnehmer das Rentenalter erreichen, ohne aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen, entlastet das die Sozialsysteme. All das ist natürlich längst bekannt. Aber noch scheint der Leidensdruck nicht groß genug zu sein, dass daraus die notwendigen Konsequenzen gezogen werden. Dabei ächzt das Gesundheitswesen schon heute unter einer erdrückenden Last. Allein dass in Deutschland jedes Jahr Medikamente im Wert von mehr als 30 Milliarden Euro verschrieben werden, ruft nach Umkehr. Die Wirtschaft hat den Schrei gehört. Dass etwa BMW seine älteren Mitarbeiter mit Yogakursen und Gymnastik am Arbeitsplatz fit hält, ist kein Akt der Humanität. Es ist der Gewissheit geschuldet, dass diesem Land schon sehr bald gut ausgebildete Facharbeiter fehlen werden. Deshalb dürfen die, die es gibt, nicht auch noch früher in den Ruhestand gehen. Krankenkassen und Staat sollten dem Beispiel von BMW folgen: Die einen müssen gesundes Leben spürbar belohnen, die anderen müssen Sorge dafür tragen, dass Gesundheit in Kindergärten, Schulen und in der Erwachsenenbildung eine Hauptrolle spielt. Ja, die gesündere Gesellschaft gibt es auf Rezept. Aber nur, wenn sich Kassen und Staat der Zuzahlungspflicht nicht sperren. Pressekontakt: Westdeutsche Zeitung Nachrichtenredaktion Telefon: 0211/ 8382-2358 redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de Original-Content von: Westdeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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