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Westdeutsche Zeitung: Krise nimmt Arbeitsmarkt in Würgegriff = Von Ingo Faust

Düsseldorf (ots) - Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt erreicht und in den Würgegriff genommen. Für den kommenden Winter wird in Nordrhein-Westfalen mit 900 000 Arbeitslosen gerechnet, bundesweit könnten es wieder vier Millionen werden. Dabei wird allerdings eine sehr sanfte Rezession mit lediglich einem halben Prozent Rückgang bei der Wirtschaftsleistung unterstellt. Die meisten Prognosen, die allesamt aber auf tönernden Füßen stehen, gehen von deutlich höheren Minuszahlen aus. Als exportorientierter Wirtschaftsstandort wird NRW dabei besonders gebeutelt und von der konjunkturellen Abschwächung, die als Folge der Finanzkrise erstmals rund um den Globus reicht, stark belastet. Die Nachfrageeinbrüche bei Automobil- und Stahlindustrie sowie Maschinenbau und deren Zulieferern sind bereits deutlich spürbar. Zunächst werden erst Leiharbeiter freigesetzt, angesammelte Arbeitszeitkonten leergeräumt und es wird Kurzarbeit gefahren. Bei sich weiterhin leerenden Auftragsbüchern werden die Unternehmen am Ende aber auch Jobs streichen müssen. Allerdings sind die Unternehmen an Rhein und Ruhr diesmal besser aufgestellt als in früheren Rezessionen. Sie gehen schlanker und flexibler in die Krise. Auch herrscht bereits länger ein Fachkräftemangel und die Betriebe wissen, dass sie auch im Abschwung ihre Stammbelegschaft möglichst lange halten müssen. Qualifizierte Arbeitskräfte wie Schlosser, Schweißer oder Ingenieure bleiben knapp. Im Fall des Aufschwungs könnten die Firmen nicht sofort durchstarten und die Arbeit aufnehmen. Etliche Betriebe wollen die Krisenzeiten sogar für Fortbildungsmaßnahmen nutzen. Die bange Frage für den Arbeitsmarkt lautet derzeit, wie tief und wie lang wird die Wirtschaftskrise? Und was wird der neue US-Präsident Obama, von dem die Welt Wunderdinge erwartet, dagegen unternehmen? Danach dürften auch Deutschlands Politiker auf den Zug aufspringen und konkret festlegen, was sie zur Abfederung tun wollen. Konjunkturprogramme sind zwar aus den Erfahrungen der Vergangenheit nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber so eine Krise, wie die derzeitige vom Finanzsektor ausgelöste, hat es ebenfalls noch nie gegeben. Neue Situationen erfordern neue Gegenmittel. Pressekontakt: Westdeutsche Zeitung Nachrichtenredaktion Telefon: 0211/ 8382-2358 redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de Original-Content von: Westdeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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