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Westdeutsche Zeitung: Das neue Gesicht Amerikas = von Friedrich Roeingh

    Düsseldorf (ots) - Wer kann sich dieser Faszination entziehen? Amerika hat einen neuen Präsidenten gewählt, und die ganze Welt bejubelt den Sieg Barack Obamas. So abgedroschen das Wort von der historischen Stunde klingt: Die erste Wahl eines afro-amerikanischen Präsidenten markiert nicht weniger als eine Zeitenwende. Nachdem George W. Bush das Land gespalten, international isoliert und an den Rand des Ruins gebracht hat, verkörpert Barack Obama den lang ersehnten Aufbruch. Die Menschen haben gespürt, dass dieser Sohn eines kenianischen Einwanderers dazu bestimmt ist, den amerikanischen Traum wiederzubeleben. Er kann die Schwarzen und die Weißen, die Schwachen und die Starken, die Armen und die Reichen zusammenführen. Mit Obama werden die Vereinigten Staaten zum Glauben an sich selbst zurückfinden. Dabei ist der Sieg über John McCain trotz der unglaublichen Wahlbeteiligung gar nicht so hoch ausgefallen: Nur 52 Prozent aller Amerikaner haben dem neuen Präsidenten ihr Vertrauen ausgesprochen. Barack Obama hat eben nicht nur neue Wählerschichten unter den jungen und farbigen Amerikanern mobilisiert, sondern auch seiner Gegner. Doch schon mit seiner versöhnlichen Dankesrede hat der künftige Präsident deutlich gemacht: Er kann die Nation hinter sich vereinen und den ehrlichen amerikanischen Patriotismus wiederbeleben. Obamas Geschichte, seine versöhnliche Haltung und seine rhetorische Brillanz waren nicht nur die Garanten für seinen Wahlsieg. Sie sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Präsidentschaft in schwerer Zeit. Der Präsident eines völlig überschuldeten Landes hat am Beginn einer schweren Wirtschaftskrise keinen Cent zu verschenken. Dieser Mann kann der amerikanischen Nation aber wieder Selbstvertrauen und Mut einflößen. Er kann Kräfte freisetzen, die sie gestärkt aus dieser Krise hervorgehen lassen wird. Barack Obama wird die Interessen Amerikas in der Welt so vertreten, wie er sich in seinem zweijährigen Wahlkampf präsentiert hat: verbindlich und standhaft. Mit diesen Tugenden hat er das Zeug dazu, den Vereinigten Staaten wieder eine führende Rolle in der Welt zu übertragen, die weder Europa noch China noch Russland besetzen können.

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