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Westdeutsche Zeitung: Müntefering = Von Martin Vogler

    Düsseldorf (ots) - Franz Müntefering hat eine Auszeit genommen. Um seine Frau zu pflegen, die im Juli starb. Jetzt kehrt er wie geplant in die Politik zurück. Alles ganz normal. Dennoch gedeihen angesichts dieses Routinevorgangs Spekulationen. Müntefering als neuer starker Mann der SPD? Schon wird die Frage diskutiert, ob Beck oder Steinmeier mehr Grund zu Zittern haben. Und ganz besondere Strategen versuchen sogar, Franz Müntefering als Chef der Friedrich-Ebert-Stiftung ins Gespräch zu bringen, auf dass er auf keinen Fall wieder eine politische Schlüsselrolle anstrebe. Das verwundert. Denn kaum jemand weiß, ob er überhaupt Lust auf einen Spitzenjob in der SPD verspürt und in absehbarer Zeit die Kraft dazu hat. Man sollte ihm Ruhe gönnen. Andererseits ist die Aufregung ein klares Indiz dafür, wie kritisch die Lage der SPD ist. Die schlingernde Partei sehnt sich nach einer Integrationsfigur und einem Sympathieträger. Und dies, obwohl auch er kein Patentrezept für das neben Führungsschwäche sicherlich größte Problem der SPD, dem richtigen Umgang mit der Linkspartei, kennen dürfte. Die SPD wäre gut beraten, Münteferings Rückkehr gelassen zu sehen. Denn er wird klug genug sein, vorerst aus der zweiten Reihe zu agieren, auch weil das wirkungsvoller ist. Und davor muss die SPD keine Angst haben. Die Union hingegen schon.

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