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Westdeutsche Zeitung: Diese Tour war doch nur eine Farce = Von Wolfgang Radau

Düsseldorf (ots) - Die Tour 2007 ist beendet. In ihrer bisherigen Form, dem Wettrennen von verlogenen Dopern gegen chancenlose Ehrlich-Fahrer, ist die Rundfahrt auch grundsätzlich am Ende. Das Fernsehen schaltet ab, Zuschauer buhen das Gelbe Trikot aus - welcher vernünftiger Kaufmann will in eine solche Farce noch Werbe-Millionen investieren? Die Leidtragenden sind die vielen Menschen, denen es um eine der schönsten Nebensachen der Welt geht, nämlich um Sport. Die Jugendlichen, die mit Talent, Fleiß und Entbehrung auf Ziele hinarbeiten. Die Berufssportler, die standhaft bleiben, wenn ihnen der teuflische Tausch Gesundheit gegen Erfolg angeboten wird. Und die Zuschauer, die glauben, Heldentum zu erleben, in Wahrheit aber Betrügern zujubeln. Richtig - die Organisatoren der Tour 2007 sind im Laufe der drei Wochen an der Aufgabe gewachsen, allzu dreiste Verstöße aufzudecken. Jetzt sind wir mal gespannt, ob sie ihre Winokurows tatsächlich mit einem Jahresverdienst zur Kasse bitten. Die Vorstellung, diesen Tour-Organisatoren künftig die komplette Doping-Kontrolle zu treuen Händen zu überlassen, ist absurd. Denn deren erstes Gebot lautet: Die Show muss weitergehen. Und die Show geht weiter. Ab heute Abend versilbern Fahrer aus doping-verdächtigen Rennställen ihre Tour-Teilnahme bei sogenannten Kirmesrennen. Im September steigt in Stuttgart die Rad-WM, und in Osaka lassen die Leichtathleten ihre Muskeln bei der vorolympischen WM spielen. Danach stehen schon bald die Ski-Langläufer am Start zu immer unglaublicheren Leistungen. Und selbst die Sport-Pferde werden längst nicht mehr nur mit Hafer gefüttert. Je raffinierter die Tricks hemmungsloser Mediziner und Pharmazeuten werden, desto hilfloser stehen Verbandsfunktionäre wie der leutselige Radfahr-Präsident Scharping dem skrupellosen Treiben dieser Sport-Mafia gegenüber. Da hilft allenfalls noch eins: staatliche Anti-Doping-Gesetzgebung und Vergabe von Großereignissen nur an Länder, die professionell entsprechende strafrechtliche Ermittlungen führen können. Ach ja, einen Sieger hat es gestern in Paris auch gegeben, den Spanier Alberto Contador. Aber das heißt nicht viel - Floyd Landis durfte sich 2006 auch nicht lange über sein gelbes Trikot freuen... Pressekontakt: Westdeutsche Zeitung Nachrichtenredaktion Telefon: 0211 / 8382-2358 redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de Original-Content von: Westdeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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