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DER STANDARD-Kommentar "Das Vertrauen ist dahin"

von Michael Völker

Wien (ots) - Selten hat eine Regierung eine derart schlechte Nachrede gehabt wie die jetzige, die von Kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger repräsentiert wird. Berichterstattung und Kommentierung sind verheerend, sowohl im Inland als mittlerweile auch im Ausland: Es sind Dilettanten am Werk, lautet die einhellige Ansicht. Und man ist geneigt, sich dieser Meinung schwungvoll anzuschließen. Die Regierung hat das Heft der Kommunikation aus der Hand gegeben, sie hat keine Geschichte zu erzählen, sondern wird von dieser vor sich hergetrieben. Faymann und Spindelegger machen einen hilflosen Eindruck. Ihnen wird immer öfter und immer lauter Unfähigkeit unterstellt. Das ist eine gefährliche Entwicklung: Die Bürger haben nicht nur einen gehörigen Zorn, sie machen sich mittlerweile auch ernsthaft Sorgen. Diese Regierung vermittelt nicht das Gefühl, dass man bei ihr gut aufgehoben ist, dass sie schon wisse, welche Entscheidungen zu treffen sind. Das Gegenteil ist der Fall: Das Vertrauen ist dahin. Es wird an dieser Regierung liegen, rasch eine handfeste Lösung für die Hypo Alpe Adria zu entwickeln und diese so zu kommunizieren, dass sie nachvollziehbar wird. Die Regierung muss erklären und muss Vertrauen schaffen - und nebenher umsetzen, was zu tun ist. Ob Insolvenz oder Anstaltslösung: Eine weitere Verschleppung in der Sache und in der Kommunikation ist nicht zumutbar.

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