DER STANDARD-Kommentar: "Dumm und widerlich" von Michael Völker

Zum Kärntner Wahlkampf (Ausgabe ET 14.01.2013)

Wien (ots) - Dass sich die Politiker in Kärnten für den Wahlkampf keine Glacéhandschuhe überziehen würden, war absehbar. Der martialische Ton und die Gehässigkeit, die ein paar Wochen vor der Wahl die Auseinandersetzung beherrschen, haben aber eine eigene Qualität.

Der BZÖ-Mann Stefan Petzner, bei dem man bisher schon nicht den Verdacht hatte, er würde von überragender Intelligenz behelligt, hat ein Plakat präsentiert, auf dem das bekannte Foto "Raising the Flag on Iwo Jima" zu sehen ist: US-Soldaten hissen nach einem Sieg über Japan die Flagge. Auf dem BZÖ-Plakat wurde die US-Flagge durch jene Kärntens ausgetauscht: "Am 3. März Kärnten befreien!"

Bei allem Verständnis für plakative Darstellung und politische Dramatisierung: Bei der Schlacht um die Insel Iwojima kamen 25.000 Menschen ums Leben. Dass auf dem BZÖ-Plakat auch drei Vertreter der politischen Konkurrenz in einem Fadenkreuz zu sehen sind, passt zu der Menschenverachtung, die da nahezu lüstern zur Schau gestellt wird: Es geht darum, den Feind zu vernichten.

Das ist dumm, brutal, widerlich. Gerade auch im politischen Diskurs, selbst in einem Wahlkampf, muss ein Mindestmaß an Würde und Anstand gewahrt bleiben. Diese politische Verrohung, der vor allem die Vertreter der Rechten in Kärnten - FPÖ, FPK, BZÖ - den Boden bereitet haben, ist so nicht hinzunehmen. Dieses Verhalten gehört geächtet - zum Beispiel am 3. März.

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