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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Überwachung von Mitarbeitern: Zu viel Misstrauen

Regensburg (ots) - Das Bundesarbeitsgericht hat eine absolut nachvollziehbare Entscheidung getroffen. Eine übermäßige Überwachung von Arbeitnehmern ist ein Verstoß gegen die informelle Selbstbestimmung. Ein Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter mit einem Keylogger ausspioniert, hat jegliches Vertrauen verspielt und selbst nie welches gehabt. Die Software speichert die Tastatureingaben und macht regelmäßig Fotos von den Computerbildschirmen. Jeder Chef, der solche Mittel einsetzt, der hat ein großes Problem - mit sich und mit seinem Unternehmen. Mit sich, weil er von großem Misstrauen zerfressen ist. Falls die Mitarbeiter tatsächlich in großem Stil die Arbeitszeit missbrauchen, um private Dinge zu erledigen, dann stimmt etwas mit deren Motivation nicht, oder man hat die falschen Leute eingestellt. Beides fällt auch auf die Chefetage zurück. Das Urteil ist dennoch kein Freifahrtschein für Arbeitnehmer, in der Arbeitszeit in großem Stil private Angelegenheiten zu erledigen. Vielen Betrieben sind Mitarbeiter bekannt, die ständig am Smartphone korrespondieren und mehr Zeit mit WhatsApp oder Instagram verbringen als mit ihrer Arbeit. Das muss kein Chef tolerieren. Aber es sollte Mitarbeitern schon mal erlaubt sein, zwischendurch eine Kleinigkeit privat zu regeln. Das verhindert Stress und es entfällt der Druck, möglichst pünktlich das Büro zu verlassen. So können beide Seiten zufrieden sein.

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