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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum US-Wahlkampf: Akten öffnen! Von Thomas Spang

Regensburg (ots) - Der Schwächeanfall Hillary Clintons am Ground Zero wirbelt den US-Wahlkampf gründlich durcheinander. Plötzlich geht es nicht mehr um die unsägliche Bigotterie eines National-Chauvinisten, der Diktatoren bewundert, und mit Rassismus auf Stimmenfang geht, sondern um die körperliche Fitness der 68-jährigen Clinton für das wichtigste Amt der Welt. Für Clinton rächt sich nun die Geheimniskrämerei, die sie um ihren Gesundheitszustand betrieben hat. Statt den Verschwörungstheorien frühzeitig das Wasser abzugraben, nährte sie diese mit fehlender Transparenz. Die Kandidatin ist wieder einmal selber ihre ärgste Gegnerin. Hillary leidet nicht an einer tödlichen Krankheit, sondern krankhaftem Ehrgeiz, der keine Schwäche zulässt. Dafür spricht die Fahrlässigkeit, mit einer Lungenentzündung zu einer anstrengenden Veranstaltung zu gehen, statt das Bett zu hüten. Clinton projiziert damit nicht das Image einer "eisernen Lady", sondern einer zerbrechlichen älteren Dame. Das ist Wasser auf die Mühlen des Rechtspopulisten, der in der heißen Phase des Wahlkampfs alles tun wird, die Spekulationen über eine bedrohliche Krankheit Hillarys anzuheizen. Da beide Kandidaten im fortgeschrittenen Lebensalter sind, sollten sie ihre Krankenakten vollständig öffentlich machen, und zu dem zurückkehren, worum es wirklich geht: Einem Wettstreit, wer die beste Qualifikation hat, an der Spitze der Supermacht zu stehen.

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