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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Christine Schröpf zur Bayern-SPD

Regensburg (ots) - Der SPD-Parteitag hat nicht die nötigen starken Impulse gesetzt, um die Partei aus dem 17-Prozent-Tal zu führen. Ob nun kompakt auf sechs Seiten oder in Langform: Der Leitantrag zu mehr sozialem Zusammenhalt bot vor allem Bekanntes und Erwartbares. Der Wow-Effekt fehlte. Erfolgsversprechender wäre gewesen, die SPD hätte zu einem zentralen Zukunftsthema wie der Rentenfrage ein kluges und sauber durchgerechnetes Konzept vorgelegt, das künftige Debatten bestimmt: Als Denkanstoß für Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, die im Herbst ihr Konzept vorlegt und als Gegenentwurf zur bayerischen Sozialministerin Emilia Müller, die bereits Ende des Monats liefert. In der älter werdenden Gesellschaft ist bei diesem Thema wachsende Aufmerksamkeit der potenziellen Wähler garantiert. Diese Chance ist verpasst. Parteitage sind aber nicht allein zum Umgarnen der Wähler gemacht. Sie sind Seismograph für den Zustand einer Partei. In der bayerischen SPD war in Amberg gut zu beobachten, wie sich Generalsekretärin Natascha Kohnen zur neuen "Mrs. SPD" mausert. Sie ist inzwischen wenigstens auf Augenhöhe mit Parteichef Florian Pronold und Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher. In der SPD wird sie intern als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2018 gehandelt. Sofern bei der CSU Markus Söder das Rennen macht, gilt sie für viele als gesetzt. Die schlagfertige Frau aus Oberbayern soll dem machtbewussten Franken Paroli bieten. Dass sie sich das selbst ohne Weiteres zutraut, spricht auf jeden Fall schon Mal für ihre Courage.

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