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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Claus-Dieter Wotruba zur Olympia-Sperre für russische Leichtathleten

Regensburg (ots) - Jubel ist bei diesem Thema nie angebracht. Abgesehen davon ist das Hintertürchen geöffnet und erst das IOC die finale Instanz. Aber immerhin: Dass der Weltverband der Leichtathleten nicht mehr umhinkonnte, den seit November 2015 andauernden Bann gegen die Russen zu verlängern, zeugt davon, dass vielleicht, vielleicht doch endlich etwas geschieht im Kampf gegen Doping - trotz eines IAAF-Präsidenten wie Sebastian Coe, der vor seinem Amtsantritt die erste mit auslösende ARD-Dokumentation noch als "Kriegserklärung an die Leichtathletik" bezeichnet hatte. Die Kräfte für mehr Sauberkeit im Sport sind lauter geworden. Freilich: Es wäre schön, aber es gibt im Dopingkampf nicht nur diesen einen Sündenbock. Die dieser Tage aus mehreren Quellen wieder neu aufgetauchten Informationen um gedeckte und gekaufte Dopingproben verleiden natürlich den Spaß an Sport und Leistung. Noch viel mehr: Sie sind zum Kotzen! Aber es ist leichter, mit dem Finger auf eine Nation wie Russland zu zeigen. Das hat alleine wegen Putin eine politische Dimension. Die Entscheidung sollte nicht für zuviel Jubel sorgen. Sie ist nur ein erstes Pflänzchen der Hoffnung für ehrliche Athleten. Auch wenn dieses Pflänzchen kräftig gegossen wird, wird am Ende sicher nicht alles gut. Aber vielleicht besser.

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