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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Milchpreis: Agro-Wahn von Bernhard Fleischmann

Regensburg (ots) - Wer ein Anschauungsobjekt sucht um zu zeigen, dass etwas nicht funktioniert, dann nehme er den Agrarmarkt. Dort läuft schief, was nur schieflaufen kann. Leider besteht die berechtigte Erwartung, dass das so weitergehen wird. Derzeit säuft der Milchmarkt ab - und mit ihm jegliche Vernunft. Mal wieder fällt der EU und dem Bundesagrarminister nichts Besseres ein, als den bösen Handel und die knausernden Verbraucher zu beschimpfen. Zur Beruhigung schütten sie den Bauern Millionen vor die Füße mit der Begründung, aktuell würde der Markt nicht funktionieren. Das lindert zwar die aktuelle Not von Betroffenen. Aber es ändert nichts auf Dauer. Dieser Markt war selten gesund. Allein die Idee, unsere Landwirtschaft noch effizienter durchzuindustrialisieren, um bei dem dabei entstehenden ständigen Überangebot mit niedrigen Preisen plus Subventionen über Exportbeihilfen andere Märkte überfluten zu können - das ist empörend und ethisch fragwürdig. Dieses Wirtschaften zerstört die Umwelt, setzt die Landwirte unter Rationalisierungsdruck und zerstört bäuerliche Existenzen sowohl im Inland als auch auf den Exportmärkten. Landwirtschaft muss anders funktionieren als Industrie.

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