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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Holger Schellkopf zur Mediennutzung

Regensburg (ots) - Richtige Überraschungen hat diese Umfrage zumindest auf den ersten Blick nicht zu bieten: die Älteren mögen es lieber analog, die Jüngeren setzen voll auf digital. Darauf wären wir jetzt auch von selbst gekommen. Spannend wird es aber, wenn man etwas genauer hinsieht. Dann stellt sich nämlich heraus, dass auch die älteren Nutzer durchaus den technologischen Fortschritt zu schätzen wissen - und gleichzeitig auch Jüngere zum Gedruckten greifen, wenn es für sie Sinn macht. Genau das ist ja die eigentliche Nachricht in all diesen Umfragen. Die Zeiten, in denen die Frage digital oder analog dogmatisch behandelt wurde, ist zumindest bei den meisten Menschen längst vorbei. Genutzt wird, was in der jeweiligen Situation für den jeweiligen Nutzer den größten Mehrwert bringt. Natürlich spielt dabei die jeweilige Sozialisation eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wer mit dem Internet aufgewachsen ist, wird sich dort meist eher heimisch fühlen als jemand, der sich das Netz erst nachträglich erschlossen hat. Wenn aber das analoge Angebot besser zu nutzen ist, dann wollen auch die Jüngeren nicht darauf verzichten. Außer Frage steht aber natürlich auch, dass es immer mehr Anwendungen geben wird, die das Altgewohnte ersetzen. Dabei setzt sich auf Dauer durch, was den Menschen echten Mehrwert bietet. Das ist aber kein Grund zu großer Trauer, sondern ein ganz natürlicher und seit ewigen Zeiten funktionierender Prozess. Es gibt ja auch nicht mehr so wahnsinnig viele Menschen, die darauf bestehen, mit zwei Steinen Feuer zu machen.

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