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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum DFB

Regensburg (ots) - von Heinz Gläser, MZ

Als hätte der deutsche Fußball aktuell sonst keine Probleme, steuert er nun auf eine Art Kulturkampf zwischen Profis und Amateuren zu. Theo Zwanziger ging mit seinem universellen Sendungsbewusstsein vielen gehörig auf den Senkel. Wolfgang Niersbach wiederum blühte im Kreis der Schönen und Reichen, sprich: Bedeutenden, erst so richtig auf. Sein Spielfeld war der Profifußball, speziell die Nationalelf. Er war keiner für die Mühsal der Ebene. Die Landesfürsten im DFB, also jene, die mit dieser Mühsal bestens vertraut sind, heben nun Reinhard Grindel als ihren Kandidaten auf den Schild. Ob Rainer Koch, der Chef des bayerischen Landesverbandes, seine Ambitionen wirklich freiwillig hinten angestellt hat, bleibt offen. Der Jurist aus München gilt als zu sperrig und womöglich auch nicht medientauglich genug für das repräsentative Amt. Reinhard Grindels Aufgabe wird es sein, die Fliehkräfte im Verband in den Griff zu kriegen. Die in der DFL organisierten Profis könnten irgendwann die Nase voll davon haben, die Amateure als lästiges Anhängsel mitzufinanzieren. Die Nationalmannschaft stellt sich unter der Führung ihres cleveren Managers Oliver Bierhoff ohnehin schon wie ein eigener Geschäftsbereich auf. Grindel müsste also im Fall seiner Wahl einen Spagat hinkriegen. Fußballer beherrschen diese akrobatische Übung übrigens selten.

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