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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu getötete Babys in Wallenfels

Regensburg (ots) - von Dagmar Unrecht, MZ

Kerzen, Blumen und Kuscheltiere stehen vor dem Haus in Wallenfels, in dem in der vergangenen Woche acht Babyleichen gefunden worden waren. Die Betroffenheit in dem kleinen Ort in Oberfranken ist seit der grausigen Entdeckung groß. Doch diese Anteilnahme kommt zu spät: Ein wesentlicher Teil der Tragödie ist die Tatsache, dass die Mutter der toten Kinder völlig überfordert und alleingelassen war. Offenbar hat keiner der 2800 Einwohner etwas bemerkt. Acht Schwangerschaften und niemand ahnt etwas? Im Nachhinein klingt das unvorstellbar. Freunde, Verwandte, Nachbarn, Bekannte - hat sich wirklich keiner gewundert, hat niemand die Mutter genauer angeschaut? Oder haben sie sich gescheut, die Nummer des Jugendamtes zu wählen, um in der eingeschworenen Dorfgemeinschaft keinen Tabubruch zu begehen? Fälle von verzweifelten Frauen, die eine Schwangerschaft verheimlichen und ihre Babys töten, gibt es leider immer wieder. Dagegen hilft nur hinschauen, aufmerksam sein und helfen. Dabei ist jeder gefordert - denn das nähere Umfeld betroffener Frauen ist oft nicht in der Lage, angemessen auf die Notlage zu reagieren.

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