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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Heinz Gläser zu Fifa

Regensburg (ots) - Acht Kandidaten für ein Amt! Das klingt doch mal nach gelebter Demokratie, und das in einem Verband, der bislang das Hinterzimmer als rechten Ort für personelle Entscheidungen erachtete und die dort Auserwählten per Akklamation auf den Schild hob. Gianni Infantino komplettiert also das Feld der Anwärter auf den Fifa-Thron und die Blatter-Nachfolge. Der Italo-Schweizer ist Europas Notnagel und seine Kür - mit Verlaub - eine Lachnummer. Der 45-Jährige bringe "alle Qualitäten" für die Aufgabe mit, lobt die Uefa-Exekutive. Frage: Warum hat man dann den - übrigens durchaus respektablen - Kandidaten Infantino erst ein paar Stunden vor Verstreichen der Bewerbungsfrist gleichsam aus dem Hut gezaubert? Nun, das Manöver ist leicht durchschaubar. Uefa-Chef Michel Platini fällt wegen seines aktuell angekratzten Leumunds wahrscheinlich aus. Europa gilt dank Goldadern wie der Champions League weiterhin als Eldorado des Weltfußballs, doch es herrscht Wechselstimmung im Fifa-Imperium. Sollten die Afrikaner und Asiaten eine Allianz schmieden, stünde der Kandidat des Alten Kontinents auf verlorenem Posten. Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa aus Bahrain und der Südafrikaner Tokyo Sexwale gehen als Favoriten ins Rennen. Dass auch sie wegen vermeintlicher Verstrickungen in Menschenrechtsverletzungen (Al Chalifa) bzw. Diamantenhandel (Sexwale) noch zu Fall kommen könnten, passt irgendwie prima ins Bild, das die Fifa seit langem abgibt.

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