Mittelbayerische Zeitung

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Plagiaten an Universitäten: Viel zu tun, von Louisa Knobloch

Regensburg (ots) - Im Jahr 2013 wurden in Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge 27 707 Promotionen erfolgreich abgeschlossen. Ziel der Arbeit ist es, eine selbstständige Forschungsleistung zu erbringen, die das eigene Fach voranbringt - und auf den Großteil der Promotionen trifft das auch zu. Doch es gibt schwarze Schafe, denen die Universitäten - vor allem seit den prominenten Plagiatsfällen der vergangenen Jahre - beikommen wollen. Dass Dissertationen mittlerweile auch elektronisch abgegeben werden müssen, um mit einer Plagiatsoftware überprüft werden zu können, ist eine Möglichkeit, wissenschaftliches Fehlverhalten frühzeitig aufzudecken - und nicht erst nach 30 Jahren, wie etwa im Fall Schavan. Doch zum einen ist die Plagiatssoftware kein Allheilmittel und zum anderen setzt sie bereits zu spät an: Schon an Schulen und spätestens während des Studiums müssen korrektes Zitieren und der Umgang mit fremdem geistigen Eigentum erlernt werden. An den Universitäten sollte darüber nachgedacht werden, wie viele Doktoranden ein Professor sinnvoll betreuen kann. Dass der Betreuer nicht zugleich als Gutachter die Arbeit bewertet, wie vom Wissenschaftsrat empfohlen, wäre ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Schließlich sollten wir alle überdenken, welche Bedeutung wir den beiden Buchstaben vor dem Namen beimessen - denn nur mit dem Ziel, sich damit zu schmücken, sollte niemand eine Promotion beginnen.

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