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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Isolde Stöcker-Gietl zu Impfungen

Regensburg (ots) - In den USA haben Eltern nicht die Wahl. Kinder werden gegen Masern geimpft. So schaffte es das Land, die Maserninfektionen bis 1999 auszurotten. Deutschland dagegen entfernt sich von diesem Ziel, das 2015 erreicht werden sollte, mit großen Schritten. Auch deshalb, weil viele schwerwiegende Infektionen ihren Schrecken verloren haben. Wir Deutschen sind impfmüde geworden. Und werden damit zu einem weltweiten Risikofaktor. Trotzdem ist eine Impfpflicht nicht der richtige Weg. Denn er führt nicht zu einer besseren Aufklärung. Doch Aufklärung ist das, was Eltern überzeugen kann, die Entscheidung zugunsten einer Impfung zu treffen. Hier kommt den Kinderärzten die wichtigste Aufgabe zu. Sie müssen gegensteuern, indem sie Missverständnisse ausräumen und Risiken aufzeigen. Indem sie auch Alternativen zu gefürchteten Mehrfachimpfungen anbieten, um zu zeigen, dass die Sorgen um die Kinder, die Impfgegner ja zweifelsohne haben, ernst genommen werden. Die Epidemie in Berlin wird die Diskussionen neu befeuern. Und das ist gut. Nur so kann ein für alle Seiten tragbarer Weg gefunden werden. Die Zeit der Masernpartys ist jetzt hoffentlich vorbei.

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