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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Isolde Stöcker-Gietl zur Auszeichnung "Vogel des Jahres"

Regensburg (ots) - Wanderfalke, Wendehals und Saatkrähe - sie alle standen schon auf der Liste der Vögel des Jahres. Seit 1971 gibt es die Aktion, die der Naturschutzbund mit dem Bayerischen Landesbund für Vogelschutz ins Leben gerufen hat, um die Menschen für den Arten- und Biotopschutz zu sensibilisieren. Dass die Verantwortlichen mit ihren Nominierungen auch immer wieder auf massive Kritik stoßen, zeigt, dass das Projekt viel mehr ist, als bloße Publicity. Der Kormoran war es, der vor vier Jahren zwischen die Fronten geriet. Nach der Nominierung hagelte es Kritik an den Naturschützern vor allem aus den Reihen der Fischer. Die wollen die Bestände der Fischräuber, die sie als "schwarze Pest" sehen, durch ein Abschussmanagement ausdünnen. Die Auszeichnung "Vogel des Jahres" wurde 2010 als eine Kampfansage verstanden. Ein Jahr lang wurde in der Öffentlichkeit diskutiert, Meinungen und Interessen ausgetauscht. Gut für die Streitkultur - und für den Kormoran. Und nun ist es Zeit, über den Habicht zu reden. Unbeliebt bei Taubenzüchtern und Hühnerhaltern. Auch Jägern kommt er in die Quere, wenn er sich an Hasen und Fasanen vergreift. Illegale Abschüsse sind leider keine Seltenheit. Doch davon würden die meisten von uns wohl nie erfahren - wenn es die Auszeichnung "Vogel des Jahres" nicht gäbe. Wir Menschen machen uns eben noch immer zu wenige Gedanken über die Ausrottung und Zerstörung unserer Natur. Auch daran erinnert uns die Nominierung jedes Jahr.

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