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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Katia Meyer-Tien zu Asylnotstand in München

Regensburg (ots) - Es sind unerträgliche Bilder. Menschen, die tausende Kilometer vor Krieg, Folter und Terror geflohen sind, um unseren Schutz zu suchen, am Boden liegend, unter freiem Himmel, gehüllt nur in dünne Decken. Nicht willkommen, mitten in München, das sagen diese Bilder. Dass die Stadt München diese Bilder nicht mehr sehen will, dass sie die überfüllte Erstaufnahmestation in der Bayernkaserne eigenmächtig geschlossen hat, und dass sie andere, menschenwürdigere Unterkünfte finden will, ist ein gutes Zeichen. Doch es überdeckt nicht das Zeichen der Ignoranz, das die Staatsregierung in einem unsagbaren Akt der Verleugnung provoziert hat. Dass die Staatskanzlei nun in den "Krisenmodus" wechselt und einen "Krisenstab" einrichtet, ist wohl angemessen. Angesichts der Tatsache, dass die Flüchtlingswelle wohl absehbar war und die Zahl der Flüchtlinge heute noch lange nicht die Zahl der Menschen erreicht, die in den 1990er Jahren zu uns flohen, ist es ein Armutszeugnis.

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