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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar "Man spielt deutsch" zum Viertelfinal-Einzug der DFB-Elf von Heinz Gläser

Regensburg (ots) - Die Älteren erinnern sich noch an diese grauenhaft ereignislose Partie. Anno 1986 in Mexiko war's, da folterten Marokko und Deutschland die Zuschauer mit Rumpelfußball der übelsten Sorte, ehe der 1:0-Sieg der DFB-Auswahl unter Dach und Fach war. Es handelte sich um ein WM-Achtelfinale, der Gegner war aus Nordafrika, die Deutschen hatten das bessere Ende für sich. Damit sind die Parallelen zum Duell mit Algerien allerdings größtenteils erschöpft. Das Spiel in Porto Alegre lebte durchaus von der Spannung und der Rasanz, was dem bis in die Haarspitzen motivierten Gegner zu verdanken war. Auch wenn's phasenweise schwer zu ertragen war, siehe die Slapstick-Einlage von Thomas Müller beim missratenen Freistoß, war's allemal unterhaltsam. Deutschland steht im Viertelfinale. Fragen Sie mal einen Italiener, Engländer oder Spanier, wie sich das anfühlt. Man spielt wieder deutsch, nicht immer schön, aber stets zweckdienlich. Brasilien scheint ein Rückfall in erfolgreiche Zeiten zu sein. Joachim Löws Schützlinge haben den Hurra-Stil aus Südafrika nicht konservieren können. Hoffentlich erweist sich das letztlich als ihr großes Erfolgsgeheimnis. In der Ferne lauert allerdings das Verhängnis. Es ist sogar zu lokalisieren. Am 12. Juli wetteifern in Brasilia zwei frustrierte Teams um die goldene Ananas, sprich den dritten Platz. Männern schenkt man zu Weihnachten gerne Socken. Für Löw & Co. wäre das kleine Finale ein ähnlich aufregendes Präsent.

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