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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Irak: Obamas Alptraum von Thomas Spang

Regensburg (ots) - Barack Obama hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Statt in der Irak-Krise aus der Hüfte zu schießen, verfolgt er eine Doppelstrategie, die seine neue Sicherheitsdoktrin auf die Probe stellt. Plan A setzt auf eine Isolierung der Isis in Irak. Voraussetzung dafür ist die Bildung einer neuen Regierung in Bagdad, in der Sunniten und Kurden ebenso eine Stimme haben wie die schiitische Mehrheitsbevölkerung. John Kerry macht bei seinem Besuch in Irak Druck, dass Regierungschef Nuri al-Maliki den Weg frei macht für einen Neuanfang. Plan B kommt zum Zug, wenn die Situation vor Ort ein militärisches Eingreifen aus der Luft gebietet. Da sich die Lage rund um Bagdad zuletzt stabilisierte, werden unmittelbar keine Angriffe auf Isis-Stellungen erwartet. Stattdessen sollen die 300 entsandten US-Militärberater die irakischen Streitkräfte unterstützen. Obamas Kritiker werten dessen Zurückhaltung als Schwäche. Eifrig stricken die Falken an der Legende, die Isis stünden heute nicht vor Bagdad, hätten die USA nur vorher schon "moderate Kräfte" in Syrien militärisch unterstützt. Die Wahrheit ist, dass es in diesem Teil der Welt nicht genügend "Moderate" gibt. Niemand sollte falsche Schlüsse aus dem umsichtigen Vorgehen des Präsidenten ziehen. Den Fall Iraks in die Hände des El-Kaida-Abkömmlings wäre ein Alptraum, den Obama nicht erlauben wird.

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