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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Julius Müller-Meiningen zu Italien/Renzi

Regensburg (ots) - Italiens neuer Ministerpräsident Matteo Renzi genießt parteiübergreifend Sympathien. Er ist erst 39 Jahre alt und steht schon an der Spitze der Regierung. Innerhalb von drei Monaten hat er sich vom Bürgermeister in Florenz über den Vorsitz der Demokratischen Partei (PD) zum Premier aufgeschwungen. Wer so viel Energie und Ehrgeiz hat, der muss auch ein in schwerer Krise befindliches Land beflügeln können. So lautet die Hoffnung Vieler, denen im Blick auf das offenbar reformresistente Italien in den vergangenen Jahren jeder Optimismus abhandengekommen ist. Kann Renzi den Umschwung schaffen? Zweifel sind angebracht, gerade im Hinblick auf Italiens jüngere Vergangenheit. So wurden auch Renzis Vorgänger Enrico Letta und Mario Monti als vernünftige und tatkräftige Politiker bei Amtsantritt begrüßt. Nachhaltige Ergebnisse konnte keiner von beiden liefern. Die Parlamentsmehrheit, auf die sich Renzi stützt, ist mit derjenigen der Regierung Letta identisch. Reformen und vor allem Ergebnisse, das ist bekannt, sind nicht auf die Schnelle zu haben. Der rastlose Renzi hat nun die Latte für seinen Erfolg noch einmal höher gelegt. Seine täglichen Versprechen von Reformen sowie die Ankündigung, Italien im Monatsrhythmus mit grundlegenden Änderungen auf Vordermann zu bringen, sind gefährlich. Je mehr Renzi verspricht, desto größer könnten am Ende die Enttäuschungen sein.

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