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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Unwort des Jahres: Zweites Warnsignal von Sebastian Heinrich

Regensburg (ots) - Horden von Sozialschmarotzern aus Südosteuropa überfallen unser Land. Dieses Szenario steckt in den Köpfen vieler, die das Wort "Sozialtourismus" verwenden - oder seinen Sinnverwandten "Armutszuwanderung". Dass immer neue Fakten und Zahlen diese Angst völlig entkräften - egal. Deshalb ist es wichtig, dass die "Gesellschaft für deutsche Sprache" den "Sozialtourismus" zum "Unwort des Jahres" gekürt hat. Zweck der Auszeichnung ist es, unseren Sprachgebrauch zu hinterfragen. Das ist umso wichtiger, wenn selbst Bayerns Regierungspartei im Wahlkampf Stimmung gegen "Armutsmigranten" macht. 2011 war die Formulierung "Döner-Morde" für den NSU-Terror "Unwort des Jahres", die gehässige Bezeichnung "Pleite-Griechen" war auch ein Kandidat. Sprache ist ein Spiegel der Gesellschaft. Jetzt warnen uns die Sprachforscher schon zum zweiten Mal in drei Jahren: Im Spiegel deutscher Sprache blitzt immer öfter eine besorgniserregende Fremdenfeindlichkeit auf.

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