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Mittelbayerische Zeitung: Zweifelhaft Kommentar zum Warnschussarrest

Regensburg (ots) - Mehr Härte gegen jugendliche Straftäter - nach diesem Grundsatz haben Union und Liberale das Strafrecht verschärft. Es gibt 15 Jahre Haft für schwerste Verbrechen und die Strafmöglichkeiten wurden um den so genannten Warnschuss-Arrest erweitert. Nun sollen Richter gegen heranwachsende Straftäter einen vierwöchigen Warnschuss-Arrest verhängen können. Sozusagen Haft auf Probe, damit die Täter die Härte der Strafe am eigenen Leib erfahren können - und auf den Pfad der Tugend zurückkehren. Aber wird der gerichtliche Warnschuss wirklich diese erwünschte Wirkung haben? Zweifel sind angesagt.Der Knast an sich läutert in den seltensten Fällen. So mancher Jugendliche, der gerade dabei ist, auf die schiefe Bahn abzugleiten, könnte die Kurzzeit-Haft gar als eine Art Ritterschlag verstehen, mit dem er angeben kann. Und keinesfalls darf der Warnschussarrest soziale Arbeit mit den jugendlichen Tätern, Wiedereingliederung ersetzen. Wegsperren - und sei es nur für kurze Zeit - bekämpft nicht die Ursachen dieser Kriminalität.

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