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"Führungskräftestudie 2009" untersucht Folgen der Krise: Führungskräfte der ersten Ebene tragen Hauptlast - Kommunikationsbedarf steigt, Work-Life-Balance kommt zu kurz

Freiburg (ots) - Die Krise hat das Spannungsfeld, in dem Führungskräfte in Deutschland arbeiten, deutlich verschärft: die schwierige Auftragslage und erhöhter Kostendruck führen zu einer gestiegenen Arbeitsbelastung. Zusätzlich müssen Führungskräfte mehr Zeit für Kommunikation aufwenden: die Anzahl von Mitarbeitergesprächen und Meetings hat zugenommen. Während die Hauptlast auf den Schultern der Führungskräfte der ersten Ebene liegt, reduzieren sich bei Führungskräften aller Ebenen die Freiräume zur Nutzung von Work-Life-Balance-Angeboten. Zu diesen Ergebnissen kommt die "Führungskräfte-Studie 2009", die die Haufe Akademie zusammen mit der Hochschule Deggendorf durchgeführt hat.

Management- und führungsbezogene Aufgaben haben zugenommen Von Mai bis Juli 2009 wurden 469 Führungskräfte befragt; knapp Hundert nahmen teil und liefern mit ihren Antworten ein Stimmungsbild über die Situation in den Führungsetagen. Über die Hälfte der Teilnehmer melden einen deutlichen Anstieg des Termindrucks und der operativen Aufgabenbewältigung (plus 52,2 beziehungsweise 51,1 Prozent). Auch der Aufwand bei der Delegation von Aufgaben sowie die Anzahl von Meetings sind erheblich gestiegen (plus 43,4 und 40,1 Prozent). Neben diesen funktionsbezogenen Aspekten nehmen auch die personenbezogenen Kriterien der Führungsarbeit zu, wenngleich in geringerem Ausmaß: Rund ein Drittel der Teilnehmer gibt an, dass der Bedarf an Gesprächen über Sorgen und Nöte der Mitarbeiter ebenso zugenommen hat wie außerplanmäßige Feedbackgespräche (plus 34,8 und 26,2 Prozent) und der Abstimmungsbedarf mit Kollegen (plus 27,2 Prozent).

Die eigene Work-Life-Balance im Blick behalten Zwar sehen 92,4 Prozent der Teilnehmer eine ausgeglichene Work-Life-Balance als wichtiges Kriterium erfolgreicher Führungsarbeit. Das eigene Handeln richten sie jedoch nicht danach aus: 43,3 Prozent machen wenig bis gar keinen Gebrauch von den entsprechenden Angeboten ihrer Unternehmen. Weibliche Führungskräfte nutzen die Angebote deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen: 57,2 Prozent der Befragten nehmen die Angebote wenig bis gar nicht wahr. Und 69,2 Prozent der über 50-jährigen nutzen die Angebote seltener an als ihre Kollegen unter 40 Jahren.

Führungskräfte in der Sandwichposition tragen Hauptlast Die Studie zeigt weiterhin, dass in den Unternehmen die Hauptlast der Krise von den Führungskräften der ersten Ebene getragen wird, also den Führungskräften, die direkt unter der Geschäftsführung stehen. Gerade sie erfahren aufgrund ihrer "Sandwichposition" einen massiven Umsetzungsdruck von oben und müssen gleichzeitig die Interessen der zweiten Führungsebene und der ihnen unterstellten Mitarbeiter vertreten.

Die Studie steht zum kostenlosen Download bereit unter: http://www.haufe-akademie.de/downloadserver/Presse/Studie%20WLB.pdf

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