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Evolution der Motorenöle: Mehrbereichs-Schmierstoff SAE 15W-40 stirbt aus, Kombi-Öle werden folgen

Castrol Motorenöl-Prüfstand im Forschungs- und Entwicklungszentrum für Schmierstoffe, Pangbourne, England. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/61518 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Deutsche Castrol/BP Europa SE"

Hamburg (ots) - Ein Motorenöl 15W-40 geht immer: Bis vor wenigen Jahren verfuhren viele Autofahrer und auch Werkstätten nach diesem Motto. Der sichere Griff zum Standard-Mehrbereichsöl wird jedoch immer seltener und innerhalb der nächsten Jahre fast komplett aussterben. Denn parallel zu den Entwicklungssprüngen in der Motorentechnik sind auch die Anforderungen an den Schmierstoff permanent gestiegen. Dieser Trend ist keineswegs abgeschlossen und Volker Clasen, Technik-Experte von Technologieführer Castrol, geht davon aus, dass nur die Anbieter überleben, die mit dem Innovationstempo der Automobil-Hersteller Schritt halten: "Im Mittelpunkt stehen die Kraftstoff-Effizienz und die Senkung des Flottenverbrauchs. Bei den dafür notwendigen technischen Neuerungen nimmt das Motorenöl eine Schlüsselrolle ein, denn Schmierstoffe können für eine Verbrauchssenkung von bis zu 3,5 Prozent sorgen." Nach den Standard-Produkten wie 15W-40-Öl erwartet Clasen, dass in einigen Jahren auch Kombi-Produkte, die bislang die Vorgaben mehrerer Hersteller erfüllen, vom Aussterben bedroht sein werden.

   - Aktuelle Marktsituation: Vor zehn Jahren waren klassische 
15W-40-Öle im Sortenmix von Castrol mit einem Anteil von rund 40 
Prozent das meistverkaufte Produkt. Dieser Anteil ist auf weniger als
zehn Prozent geschrumpft. Das meistverkaufte Öl war im vergangenen 
Jahr ein 5W-30-Öl. Vor einer Dekade lag der Marktanteil dieses 
Schmierstoffs noch bei rund einem Prozent. Der Trend zu niedrigeren 
Viskositäten ist eindeutig. "Würden alle Autofahrer und Werkstätten 
zum genau richtigen Schmierstoff für das jeweilige Fahrzeug greifen, 
wäre der Anteil von 15W-40 und 10W-40 sogar noch geringer. Neue 
Motoren brauchen speziell entwickelte Produkte mit der entsprechenden
Hersteller-Freigabe. Wer sich ausschließlich an der Viskositätsklasse
orientiert, liegt oft falsch. Da besteht auch in vielen Werkstätten 
noch Nachholbedarf", erklärt Clasen. 
   - Technische Anforderungen: Die Optimierung konventioneller 
Motoren geht einher mit höheren Drücken und steigenden Temperaturen 
im Brennraum. Das Druckniveau aktueller Antriebe ist innerhalb eines 
Jahrzehnts um rund 25 Prozent gestiegen. Der effektive Mitteldruck 
eines modernen Downsizing-Motors hat sich im Vergleich zu einem 
durchschnittlichen Ottosaugmotor über alle vier Takte mehr als 
verdoppelt. Das Temperaturniveau liegt bei modernen Kolben inzwischen
bei bis zu 350 Grad. Schmierstoffe müssen Druck und Hitze standhalten
und auch unter Volllast für einen möglichst reibungsarmen Betrieb 
aller beweglichen Bauteile sorgen. Das optimale Zusammenspiel von 
Motorenöl und Aggregat hat sich somit zu einem Eckpfeiler für einen 
einwandfreien Betrieb und möglichst geringe Verbräuche entwickelt. So
sind bei der Motorenkonstruktion neue Lösungen für eine verbesserte 
Kolben- oder Zylinderkühlung gefragt. Um diesen Anforderungen gerecht
zu werden und den Anteil des verbrannten Öls zu senken, ist die 
Stabilität des Schmierstoffs das entscheidende Kriterium. Es muss den
steigenden Beanspruchungen im Motor gerecht werden sowie geringe 
Verdampfungsverluste und eine hohe Alterungsstabilität zeigen. Auch 
der steigende Anteil von Biokomponenten im Kraftstoff muss vom 
Schmierstoff abgefedert werden. 

   - Zusammensetzung der Öle: Um das geforderte Leistungsniveau 
anzubieten, hat sich die Zusammensetzung der Öle grundlegend 
verändert. Zusätze (Additive) zu den Grundölen spielen eine immer 
wichtigere Rolle. Noch vor wenigen Jahren hatten sie in den Produkten
von Castrol nur einen Anteil von rund 20 bis 25 Prozent. Inzwischen 
hat sich dieser Anteil nahezu verdoppelt. Die Qualität ist jedoch 
wichtiger als die Menge, denn beispielsweise neu entwickelte Polymere
eröffnen die Chance, Schmierstoffe mit einer niedrigen 
Viskositätsklasse ohne Einbußen bei der Betriebssicherheit 
zu entwickeln. 
   - Kombi-Öle: Schmierstoffe, die die Vorgaben verschiedener 
Hersteller erfüllen, bestimmen aktuell den Markt. Clasen ist 
überzeugt, dass sich diese Situation nachhaltig ändern wird. Für 
diese These spricht, dass die Anforderungen der Hersteller immer 
spezifischer werden und nur noch dann erfüllt werden können, wenn das
Motorenöl exakt an die Motorencharakteristik angepasst wird. Deshalb 
sagt Clasen: "Die Eier-legende Wollmilchsau gehört bei den 
Schmierstoffen der Vergangenheit an. Wir werden in wenigen Jahren 
eine deutlich gestiegene Produktvielfalt sehen." Zwei aktuelle 
Beispiele und Produktinnovationen sind Castrol EDGE Professional E 
0W-20, das gemeinsam mit Jaguar entwickelt wurde, und Ford Castrol 
Magnatec Professional E 5W-20 für die neue Ecotec-Motorengeneration. 
Beide Produkte wurden so konzipiert, dass sie die technischen 
Weiterentwicklungen der Hersteller optimal unterstützen. "Es ist die 
Speerspitze der Produktneuerungen und zeigt, dass der Weg der 
passgenauen Entwicklung von Schmierstoffen der einzige ist, der 
weitere Innovationen in der Motorentechnik möglich macht - ohne 
Einbußen bei der Betriebssicherheit oder der Dauerhaltbarkeit der 
Aggregate", sagt Clasen. 

   - Die Zukunft: In wenigen Jahren werden für moderne Motoren 
mineralölbasische und selbst teilsynthetische Schmierstoffe praktisch
keine Rolle mehr spielen, denn ihr Qualitätsniveau reicht nicht mehr 
aus. Vollsyntheseöle mit neu entwickelten Additivpaketen inklusive 
neuer Polymere werden den Markt beherrschen. Ein Beispiel dafür ist 
Castrol EDGE mit TITANIUM FST[TM]. Durch die einzigartigen Zusätze 
von TITANIUM FST[TM] konnte die Ölfilmstärke verdoppelt werden - so 
wird ein Reißen des Ölfilms verhindert und die Reibung zwischen den 
Metalloberflächen deutlich reduziert, was ansonsten zu erheblichen 
Schäden an den Bauteilen im Motor führen könnte. Die Ansätze für die 
Motorenöle des Jahres 2020 befinden sich bereits jetzt im ersten 
Stadium der Erprobung in den Forschungszentren von Castrol. 
Möglicherweise wird dann eine Definition völlig neuer 
Viskositätsklassen mit veränderten Begrifflichkeiten notwendig sein, 
wie Clasen erläutert: "Bliebe die Logik der bisherigen Bezeichnung 
für die Niedrigtemperatur-Viskosität erhalten, wäre für ein optimales
Kaltstartverhalten dann wahrscheinlich ein minus 20W-10-Öl 
notwendig." 

Pressekontakt:

Karsten Jaeger
BP Europa SE - Geschäftsbereich Castrol Schmierstoffe
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E-Mail: karsten.jaeger@castrol.com

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