Südkurier: Zustimmung in der SPD für Holding-Modell zur Bahn-Privatisierung - "Sonderparteitag nicht notwendig"
Konstanz (ots) - Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Verfasser des Hamburger SPD-Parteitagsbeschlusses zur Bahn, Peter Friedrich, hält die mögliche Aufspaltung des Konzerns in zwei Holdings für einen gangbaren Privatisierungsweg. "Deshalb wird ein Sonderparteitag nicht notwendig sein", sagte Friedrich dem in Konstanz erscheinenden "Südkurier" (Samstagausgabe).
"Das Volksaktienmodell war immer ausgerichtet auf den Gesamtkonzern, also auf ein Unternehmen, dass Infrastruktur und Verkehrsunternehmen vereinigt. Das wäre nicht mehr so." Zugleich räumte Friedrich ein: "Es wird Gegrummel geben." Wenn aber im Rahmen der Teilprivatisierung nur noch über Bahn-Töchter geredet werde, "an denen keine Infrastruktur hängt, muss man nicht nach einem Sonderparteitag rufen", so Friedrich weiter. Allerdings sei er überrascht, dass diejenigen, die immer den integrierten Konzern an die Börse bringen wollten, "nun eine komplette Drehung um 180 Grad vollzogen haben. Darunter auch Minister Tiefensee."
Auf die Bahnkunden werde sich ein Holding-Modell weder positiv noch negativ auswirken. "Streckenstilllegungen werden nicht die Folge sein", so Friedrich. Es bedeute aber auch "keine Mobilmachung der Bahn für den Heimatstandort Deutschland." Denn der Konzern werde neues Geld vor allem auf dem internationalen Logistikmarkt investieren.
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