Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.

Harninkontinenz und Sexualität im Alter

Kassel (ots) - Liebe und Sexualität spielen im Alter eine weitaus größere Rolle als gemeinhin angenommen, wie verschiedene aktuelle Untersuchungen belegen. Eine Harninkontinenz kann die Sexualität jedoch stark beeinflussen und so die Lebensqualität deutlich einschränken. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V. macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass Betroffene diese beiden Tabuthemen gegenüber Partner und Arzt offen ansprechen sollten. "Eine Therapie kann nicht nur dabei helfen die Harninkontinenz zu reduzieren, sondern gleichzeitig auch zu einer Verbesserung der sexuellen Aktivität führen", so Professor Ingo Füsgen, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Geriatrie der Kliniken St. Antonius, Wuppertal.

"Sexualität und Harninkontinenz werden im öffentlichen Diskurs häufig tabuisiert oder einseitig verzerrt dargestellt," so Füsgen. Viele ältere Menschen haben nicht gelernt, offen über ihre Sexualität und bestehende Kontinenzstörungen zu sprechen oder trauen sich nicht. Zudem gibt es hier geschlechtsspezifische Unterschiede. Frauen mit Harninkontinenz sind durchweg weniger sexuell aktiv als kontinente Frauen. Bei Männern hingegen wirkt sich die Inkontinenz nicht direkt auf die Sexualität aus. Allerdings kann es infolge einer urologischen Operation zu Inkontinenz und Erektionsstörung kommen. Dem behandelnden Arzt kommt bei der Diagnose einer Inkontinenz in der Praxis eine große Bedeutung zu.

Behandlung bedeutet Lebensqualität

Wichtig ist eine diagnostische Abklärung der Ursachen der Harninkontinenz, denn die Einflussfaktoren sind vielgestaltig. Sie umfassen physiologische Altersveränderungen, Medikamenteneinflüsse, Folgen therapeutischer Maßnahmen oder Erkrankungen sowie Veränderungen von Lebensstil und Umgebungsfaktoren. "Noch immer ist die Beratung in den Erstversorgungseinrichtungen oder der Rehabilitation oftmals unzureichend", so Dr. Albert Kaufmann, Facharzt für Urologie in Frankfurt. Auch bei den Frauenärzten besteht noch Nachholbedarf. Sexualstörungen werden in der Sprechstunde oft nicht thematisiert. Die meisten Untersuchungen zeigen, dass eine bestehende Harninkontinenz wegen ihres negativen Einflusses auf die sexuelle Aktivität behandelt werden sollte. So kann eine erfolgreiche Therapie einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Lebensqualität älterer Menschen liefern.

Informationen für Betroffene und Angehörige gibt es beim Infotelefon der Deutschen Kontinenz Gesellschaft unter 0 18 05 / 23 34 40 von Mo-Fr, 10-12 und 15-20 Uhr (14 ct./min.). Hier können auch die Listen der bundesweiten zertifizierten Beratungs-stellen und Kontinenz-Zentren, sowie verschiedene Broschüren. Die Listen, sowie die Broschüren und weiteres Informationsmaterial zur Harn- und Stuhlinkontinenz, sind im Internet unter www.kontinenz-gesellschaft.de zu finden.

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