Berlin (ots) - Private Haushalte in Deutschland zahlen mit ihrer Stromrechnung einen Milliardenbetrag zur Entlastung der Industrie. Rund 7,1 Milliarden Euro wurden der stromintensiven Industrie allein im Jahr 2011 erlassen. Wie der Stromanbieter FlexStrom meldet, sind die Kosten dafür auf die Haushalte in ganz Deutschland umgelegt worden - ganz normal mit ihrer Stromrechnung.
Nach Berechnung von FlexStrom zahlt so jeder der rund 41 Millionen Haushalte in Deutschland ungefähr 175 Euro im Jahr zur Entlastung der industriellen Stromverbraucher. Tendenz weiter steigend: Schon im laufenden Jahr, so FlexStrom, könnte dieser Betrag auf mehr als 220 Euro je Haushalt ansteigen.
"Diese Wirtschaftsförderung über die Stromrechnung ist eine unnötige Belastung der Verbraucher", sagt Robert Mundt, Gründer des unabhängigen Energieversorgers FlexStrom. Dass die Politik bestimmte Wirtschaftszweige fördere, sei zwar nachvollziehbar. Allerdings: "Jede Stromrechnung in Deutschland könnte um 175 Euro sinken, wenn diese Wirtschaftsförderung nicht über die Strompreise erfolgen würde", so Mundt.
"Hier findet eine Quersubventionierung von Industrieunternehmen statt, die unhaltbar ist", so der FlexStrom-Gründer. "Ich denke, es ist an der Zeit, die privaten Stromkunden deutlich zu entlasten - und diese ganzen Abgaben zu überdenken." Gerade angesichts der Energiewende wird allgemein von einem erheblichen Anstieg der Strompreise ausgegangen. Politiker der Regierungskoalition haben bereits die Abschaffung der Ökostrom-Umlage oder der Stromsteuer ins Gespräch gebracht, um die Stromkosten für die Verbraucher deutlich zu senken.
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