BKK VBU

Brustkrebsfrüherkennung durch Fingerspitzengefühl

Berlin (ots) - Discovering hands, das ist die Idee, blinde oder sehbehinderte Frauen als Medizinische Tastuntersucherinnen (MTU) im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung einzusetzen. In Berlin ist jetzt das erste discovering hands®-Zentrum mit sechs MTU an den Start gegangen. Die Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU) hat als erste Krankenkasse einen Vertrag mit dem Zentrum geschlossen.

Die innovative Methode wurde von Dr. Frank Hoffmann, Gynäkologe aus Duisburg, vor über zehn Jahren entwickelt. Er nutzte dabei den Umstand, dass blinde und sehbehinderte Frauen über einen besonders ausgeprägten Tastsinn verfügen. Daraus entwickelte er eine ausführliche, standardisierte und qualitätsgesicherte Untersuchungsmethode. Die Frauen werden in einer neunmonatigen Qualifizierungsmaßnahme zur Medizinischen Tastuntersucherin (MTU) ausgebildet und arbeiten in gynäkologischen Praxen. "Die Zeit, die wir Gynäkologen auf die Tastuntersuchung der Brust verwenden können, ist im Regelfall relativ kurz", erklärt Dr. Frank Hoffmann seinen Ansporn, "jedenfalls zu kurz, um die bestmöglichen diagnostischen Ergebnisse erzielen zu können".

Projektidee weitet sich aus

Aus der Projektidee ist mittlerweile ein deutschlandweites Netzwerk mit über 20 Praxen und Kliniken erwachsen, die MTU beschäftigen. Im Rahmen einer 30- bis 60-minütigen Untersuchung orientieren sich die MTU mit Hilfe von haptischen Orientierungsklebestreifen an der Brust und tasten das Brustdrüsengewebe vollständig und gründlich in drei Ebenen ab. Bei der Untersuchung wird zudem besonderer Wert auf eine angenehme und vertrauensvolle Untersuchungssituation gelegt.

Erstes discovering hands®-Zentrum öffnet in Berlin

In Berlin hat jetzt das erste Erstes discovering hands®-Zentrum eröffnet, in dem eine Gynäkologin und sechs MTU arbeiten. Die BKK VBU hat als erste Krankenkasse gemeinsam mit dem Gyn-Verbund Berlin e.V. eine Vereinbarung mit dem Zentrum geschlossen. "Wir wollen diese Methode möglichst vielen unserer Kundinnen zugänglich machen", macht Helge Neuwerk, Stellvertreter des Vorstands der BKK VBU deutlich. Und: "Die Untersuchung hat uns aus mehreren Gründen überzeugt: Sie ist sanft und tut nicht weh, sie kommt gänzlich ohne Geräte aus und schont so gleichermaßen Physis und Psyche - ein Check, bei dem sich richtig viel Zeit genommen wird, ist im heutigen Medizinbetrieb selten. Hier wollen wir ein deutliches Zeichen setzen."

discovering hands® ist ein zusätzliches Angebot neben der regulären Krebsvorsorgeuntersuchung und kann einmal im Jahr von BKK VBU-versicherten Frauen ab 30 Jahren in Anspruch genommen werden. Die BKK VBU trägt die Kosten der Untersuchung vollständig, die Versicherte legt einfach ihre Krankenversicherungskarte vor. Ein Arztwechsel ist für die Inanspruchnahme der Tastuntersuchung nicht nötig, alle Ergebnisse werden an den behandelnden Gynäkologen übermittelt. Die Versicherten können selbst einen Termin im discovering hands®-Zentrum vereinbaren, zudem haben die rund 60 Frauenärztinnen und -ärzte des Gyn-Verbundes Berlin e.V. Zugang zum Terminvereinbarungsservice des Zentrums. Auch über die BKK VBU können Termine vereinbart werden.

Gelebte Inklusion

Das discovering hands®-Zentrum Berlin ist jedoch nicht nur aus medizinischer Sicht innovativ. Denn hier finden sechs blinde und sehbehinderte Frauen einen neuen Arbeitsplatz. "Damit kommen wir unserem zweiten Ziel, nämlich der Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für blinde und sehbehinderte Menschen nicht trotz ihrer Behinderung, sondern wegen ihrer besonderen Begabung, ein großes Stück näher", so Dr. Frank Hoffmann. Für die BKK VBU ist dieser Punkt ebenfalls von großer Bedeutung. "Als Krankenkasse übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung und halten das Projekt, eine vermeintliche Benachteiligung in einen einzigartigen Vorteil umzukehren, auch unter sozialpolitischen Aspekten für unbedingt unterstützenswert", betont Helge Neuwerk.

Ab kommenden Dienstag, 16. Juni, finden Sie unter www.facebook.com/bkk.vbu einen Animationsfilm über discovering hands®. Statements von Dr. Frank Hoffmann, Helge Neuwerk, Anke Henkel (Leiterin des Zentrums) und Stefanie Gedenk (MTU) finden Sie unter www.discovering-hands.de und www.meine-krankenkasse.de (Pressebereich).

Pressekontakt:

discovering hands®: Stefan Wilhelm, Wiesenstraße 35, 45475 
Mülheim/Ruhr, Tel.: 0 176 700 950 23

BKK VBU: Ellen Zimmermann, Lindenstraße 67, 10969 Berlin, Tel.: 030 /
7 26 12 13 15
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